Marokko Reisebericht 2.Teil

Ist noch in Bearbeitung

101. Tag Di. 11. März 2003
Souira Kedima, Safi, Oualidia
5.12.40, 18.4, 50.0, 95.6 Total: 2'649.2 Km


Ich traf heute einen Franzosen unterwegs der auch mit dem Rad hier ist. Ich werde ihn hoffentlich in Frankreich wieder sehen. Ach ja und per Zufall traf ich in Safi auch nochmals den Österreicher bei dem ich übernachten konnte nochmals wieder. Die Gegend hier ist super schön nur das Wetter meinte es nicht ganz so gut mit mir. Am Nachmittag gab es sehr starken Nebel und man keine 50 Meter mehr weit. Das Nachtlager konnte ich neben einer Tankstelle errichten wo mich auch keiner störte.


102. Tag Mi. 12. März 2003
Oualidia, El Jadida
3.59.19, 21.4, 41.0, 85.2 Total: 2'734.4 Km


Ich baute verschlafen mein Zelt ab und ass noch ein Brot mit Käse. In der nächsten Stadt trank ich dann einen Kaffe. Der Wind hat Nachgelassen und der Nebel ist ganz verschwunden. Ein herrlicher Tag zum Radfahren. In letzter Zeit bin ich jedoch immer mehr mit meinen Gedanken Zuhause und frage mich wie die Zukunft aussehen könnte. Ich würde ganz gerne ein Grundstück kaufen und was damit anfangen. Eine kleine Herberge für Reisende wo Radfahrer umsonst übernachten könnten. Ich sah das man hier noch gutes Land für wenig Geld bekommt und es einem dann auch ganz gehört. In der Schweiz muss man sein Leben lang bezahlen obschon es einem gehört fallen noch Steuern an. Das nenne ich nicht wirkliche Freiheit. Ich quäle mich auch ein wenig mit dem Gedanken ein wenig länger in der Schweiz zu bleiben. Klar es gibt viel gutes wenn nicht nur das Klima so arge Auswirkungen hätten.

103. Tag Do. 13. März 2003
El Jadida
Ruhetag


Nun was ich jetzt schreibe wird manchen ärgern. Doch das ist mir wirklich ziemlich egal. Immer wieder stelle ich fest das es eigentlich gar nicht möglich ist als gläubiger Muslim zu leben. Genau so wenig wie es als Christ möglich ist so wie Jesus zu leben. Oder als Budist zu sein wie Buda. Ich denke das hat man in Europa schon längst eingesehen und versucht halt sein unchristliches Leben so gut wie möglich in den Griff zu bekommen. Was bei uns ein freies Leben bedeutet ist hier schlecht und verpönt. Doch insgeheim sehnen sich die Jünger Mohammeds nach dem freien Leben und denn Spass den man haben kann. Ja es dürstet Sie nach dem Leben das die Etikette jedoch nicht erlaubt. Doch was Allah nicht sieht macht man doch. So trinkt man Alkohol, raucht Drogen vollzieht unehelichen Sex oder Betrügt weil der andere ja sowieso nichts merkt. Ja man ist dann auch ein guter Muslim und betete dafür das es so bleibt 5 mal am Tag. Soll das eine Kritik am Islam sein ? Nein ! Wir sind nicht besser oder schlechter, wir sind die Erben Adams und Evas. Auf das Erbe hätte ich Persöhnlich gerne verzichtet.
Das was mir am meisten zu schaffen macht ist das man nicht ehrlich dazu steht das man Alkohol trinkt oder Kifft oder mal mit einer Frau sein vergnügen hat. Nein so etwas machen ja nur die anderen.
Ich erkundige El Jadida mit der alten Portugiesischen Stadt. Ich habe in letzter Zeit vermehrt angefangen Skizzen zu machen und so mache ich vermehrt halt um ein Objekt oder eine Person zu skizzieren. Als ich einen alten Mann Skizziere fahren zwei Radfahrer durch mein Bildausschnitt. Ich kann gerade noch mit dem Hintermann sprechen und erfahre das es die zwei Italiener sind von denen mir der Ungar erzählte. Ich habe glaube ich noch gar nicht vom Ungarn geschrieben denn ich 30 Km nach Agadir antraf. Er war sehr im Stress und erzählte das er ohne Geld nach Senegal unterwegs ist. Ich soll für ihn Postboote sein und einem Zürcher einen Brief abgeben. Das der Brief erst in 2 Monaten ankommen wird ist im wohl egal. Geld für die Marken scheint er nicht zu haben. Ich gab ihm von meiner Verpflegung mit und hoffe das er nicht einem armen Afrikaner seine ganze Ernte vom Kopf frisst. Nun damals erzählte mir der Ungar von den zwei Italienern die seiner Meinung nach zu langsam unterwegs waren und mehr am Rauchen sind als das Sie Radfahren. Die Italiener erzählen mir das Sie drei Monate in Marokko sein wollen und sich dafür auch Zeit lassen wollen. Vom Stress hätten Sie in Italien genug gehabt und wären froh hier die Sache gemütlich angehen zu lassen. So hat halt jeder seinen eigen Still.

104. Tag Fr. 14. März 2003
El Jadida, Azemmour, Bir Retma
3.28.23, 18.6, 35.0, 64.7 Total: 2'799.1 Km


Ich verlasse El Jadida auf der Nationalstrasse hält eine wunderschöne Frau und stoppt mich. Das Mädchen, Fatima hat ein Kind und lebt mit einem Franzosen in einer Villa nahe Casablanca. Sie gibt mir ihre Telephonnummer. Ich könne bei ihr übernachten. Ich bin gespannt was Sie von mir will und werde Sie am Abend anrufen.
Ich treffe Mohammed der in der Schweiz aufgewachsen ist und nun hier einen kleinen Kiosk aufgemacht hat. Er lädt mich ein bei eine Nacht zu bleiben. So rufe ich Fatima an und sage das ich erst morgen komme was auch OK ist. Bin gespannt auf ihre Geschichte.


105.-107. Tag Sa.-Mo. 15.-17. März 2003
Bei Moa in Bir Retma


Bin dann doch noch ein wenig länger bei Moa hängen geblieben. Zum einen war das Wetter daran schuld zum anderen war es auch schön die Geschichte zu hören warum Moa nun in Marokko ist. Moa ist in der Schweiz aufgewachsen hat eine Lehre als Spitalskoch machen müssen. das war eine Auflage vom Jugendamt. Den Grund für diese Auflage hat er mir verschwiegen. Er war verheiratet und hat ein kleines Mädchen das ihn immer wieder Besuchen kommt. Moa war in der zwischenzeit auch schon in der Türkei wo er in einem Robinson Club gearbeitet hat. Nun hat er hier einen kleinen Kiosk aufgemacht. Ich glaube nicht das er hier Geld machen kann und das weiss er auch. Es geht ihm mehr mal Distanz zu gewinnen und sich klar werden wer er ist und wo er sich zuordnen soll. Hier in Marokko wird er zwar aufgenommen doch keiner versteht warum er nicht in der Schweiz lebt wo doch das Paradies sein muss. Das man in Marokko ein besseres Leben haben kann scheint hier niemand zu ahnen. So in den Tag hinein zu Leben wie es hier die meisten machen kann man in Europa sich nicht mehr erlauben.
Ach ja Fatima traff ich dann auch noch Sie erzählte mir von ihrem Leben. Ich bin immer gespannt auf die Geschichten die mir die Leute erzählen. Wie Sie sich durch Schummeln um zu überleben. Ein Moralist hätte keine Freude daran doch die Moral muss jeder selbst bestimmen. Ob eine in einer Fabrik arbeitet und so ihren Körper verkauft oder Sie die Beine von einander hält das muss jeder für sich entscheiden was verwerflicher ist. Ich habe schon lange aufgehört zu Richten. Fatima hat einen Belgier geheiratet der jedoch abgehauen ist als Fatima im 8 Monat schwanger war. Nun lebt Sie mit einem 50 Jährigen Franzosen zusammen. Das Glück hat Sie noch nicht gefunden.


108. Tag Fr. 18. März 2003
Bir Retma, Casablanca, Mohammedia, Temara Plage
4.42.31, 24.4, 43.5, 115.1 Total: 2'914.2 Km


Ich bin wieder unterwegs. Der Wind ist ausnahmsweise mal mein verbündeter. So das ich schnell voran komme. Ich treffe ein Schweizer Ehepaar die mit dem Wohnmobil unterwegs sind und vor ein paar Tagen in Agadir meine Eltern traffen. Als ich so mit Ihnen zusammen sietze fängt es in strömen an zu Regnen. Ich bin froh das ich im Wohnmobil zuflucht finde. Als es dann aufhört fahre ich weiter. Ich lasse Casablanca hinter mir. Das was ich sehe macht mich nicht an eine Pause einzulegen. Nach Mohammedia ist es dann wieder freundlichr und ich geniesse es wieder. Nach dem Königspalast finde ich einen verlassenen Camping auf dem ich eine Nacht frei stehen darf. Die Sonne geht unter ein Tag ist zu Ende. der Mond ist voll und ich bin glücklich einfach nur da zu sein. Ich denke an die Tausenden Menschen die ich auf meinen Reisen antraff. An die Schicksale, ich bin kein reicher Mensch doch ich bin in diesem Moment froh das meine Probleme so nichtig sind. Ich fühle das ich mir keine Sorgen machen muss was meine Zukunft betrifft. Ich bin zuversichtlich das alles gut gehen wird. Und wider habe ich das Gefühl als wäre ich schon mal dagewessen. Als Meilenstein in meinem leben der mir sagt das ich den Richtigen Weg gehe.


109. Tag Fr. 19. März 2003
Temara Plage, Rabat, Sale
2.50.15, 17.5, 42.0, 49.7 Total: 2'963.9 Km


Nach einem reichen Frühstück ging es dann weiter. Es sind noch etwa 25 Km bis nach Rabat. Ich fahre gemühtlich der Küstenstrasse entlang die hier mit ihren Reizen nicht spart. Im Camping von Sale kann ich den Preis runter handeln. Er wollte zuerst 38 Dirham, wir einigten uns dann auf 20 Dirham. Wenn man bedenkt das man in Marokko ein Hotelzimmer schon ab 30 Dirham bekommt werde ich wohl kaum mehr bezahlen für denn Camping. Ich lerne Fabian und Ludwig kennen 2 Tischler Wandergesellen. Sie beförderten Ihre Hero Fahrräder (made in India) bei Franz mit der mit dem eigen Fahrzeug unterwegs ist. Er fuhr Sie durch das Wüstenstück von Mauretanien und der Spanisch Sahahra


110.-112. Tag Do.-Sa. 20.-22. März 2003
In Sale


Ich freundete mich mit den beiden Wandergesellen sehr gut an. So beschlossen wir ein Stück gemeinsahm zu fahren. Die Royal Hero Bikes mussten noch ein wenig in schuss gebracht werden. Jedes Holland Rad wäre neben den Royal Heros wie ein BMW neben einem Trabi. Die Gesellen werden noch Tage am basteln sein bis Sie Deutschland ereichen. Wenn ich nur an Spanien denke mit seinen Bergen. Das wird nicht leicht für die beiden. Dennoch glaube ich das Sie das schaffen werden.


113. Tag So. 23. März 2003
Sale, Kenitra, Sidi el Hachemi
5.00.32, 18.6, 41.0, 93.3 Total: 3'057.2 Km


Wir fuhren nach dem Internet besuch aus Sale raus. Wir kammen auch sehr gut voran. Die Küstenstrasse ist hier in Marokko sehr gut zum fahren. Ich geniesse es sehr und bin auch sehr froh mal wieder ein Stück mit Freunden zu fahren. In Kenitra hält uns die National Securite Police auf. Sie sind in Sorge um uns da der Krieg in Irak angefangen hat. So lässt man uns nicht aus denn Augen wärend wir Essen. Als wir losrollen werden wir von der Polizei bis zur Stadtsgrenze begleitet. ich habe nicht das Gefuhl das ich nun mehr Angst haben muss durch Marokko zu fahren. Fluchtartig das Land zu verlassen halte ich für keine gute Idee. Wir machen in einem kleinem Dorf halt. Kochen Teigwaren mit Fisch aus der Konserve. Zuerst kamen die Kinder, dann die Erwachsenen, nochmals die Kinder, Die Hunde bellten uns aus dem schlaf, dann kräuchzten die Hähne, die Vögel lösten Sie ab und zu guter letzt fing es wider mit den Kindern an. An einen guten Schlaff war also nicht zu denken.


114. Tag Mo. 24. März 2003
Sidi el Hachemi, Larache, Lixus
5.10.15, 18.3, 46.5, 94.3 Total: 3'151.5 Km


Wir fuhren zum nächsten Ort ins erst beste Teehaus. Dort nahmen wir ein kleines Frühstück zu uns. Unterwegs hatte Ludwig einen Speichenbruch am Hinterrad denn er in Spanien Reparieren lassen will. In Larache kam wider die Polizei. Auch Sie begleiteten uns aus der Stadt raus. Bei der Ausgrabungsstädte Lixus fanden wir dann einen guten Platz zum schlaffen. Wir wurden jedoch von den Mücken zerstochen was man als Reisender doch ales so mitmacht.


115. Tag Di. 25. März 2003
Lixus, Asilah
2.26.24, 17.7, 49.0, 43.5 Total: 3'195.0 Km


Es war eine kleine gemühtliche Etappe nach Asilah. Wir gönnten uns ein Bier das uns ziemlich zusetzte. Im Internetcafe erfuhr Ludwig das er das Liegerad nicht ersteigert hatte. Sein Cousin sollte es für ihn bei Ebay ersteigern. Ich traff Franz den Österreicher von Sale wider. Er lud uns ein. So kam es das wir Angetrunken spät Abends einen Schlaffplatz suchen mussten. wir nahmen die erst beste Möglichkeit. Spät Nachts weckte uns ein Mann. Er meinte es wäre nicht gut hier zu bleiben da es vielle Diebe gebe. Wir sollten ins Hotel gehen. Doch wir hatten fast keine Dirhams mehr und es war auch schon zu spät. So kam was kommen musste.


116. Tag Mi. 26. März 2003
Asilah, Tanger, Algeciras (Spanien)
2.49.51, 19.4, 53.0, 54.5 Total: 3'249.6 Km
2034.9 Km in Marokko


Was für ein schrecken erwartete uns bei Erwachen. Es änderte den ganzen weiteren verlauf der Zeit. Nun hiess es das ist der letzte Tag in Afrika. Nun gab es das eine Ziel. Ich füllte mich dabei überrollt liess es aber zu und liess mich mitziehen. Gruppenzwang ? Der Grund war jener. In der Nacht liess Mister Langfinger die Hütte der Gesellen mitgehen. Wir waren jedoch nicht ganz Unschuldig so war der eine Fehler das wir zu spät unser Lager erichteten und das der Platz zu nahe an der Strasse war. Da ich im Zelt war und alles verstaute, fehlte mir gar nichts. Der Tag fing also schon mal schlecht an. Später hatte Fabian auch noch Probleme mit seinem Sattel, das war jedoch absehbar. Es wurde Nachmittag als wir Asilah verliessen. Um 17.00 Uhr waren wir dann in Tanger angekommen. Im Hafen ging dann alles ziemlich schnell. 22.45 Spanischer Zeit rollten wir in Algeciras aus der Fähre raus. Die Nacht verbrachten wir bis 2.00 Uhr in diversen Lokalen um dann spät in einer Einkaufspassage unser Haupt nieder zu lassen. Welcome back im Euroland.


117. Tag Do. 27. März 2003
Algeciras
0.18.41, 10.2, 24.7, 3.3 Total: 3'252.9 Km


Es Regnete Heute den ganzen Tag in strömen erst am Abend liess es ein wenig nach. Am morgen packten wir unser Pündel zusammen und suchten uns eine Caffeteria wo wir uns mit Kaffe und Croisant verwöhnen liessen. Dann ging ich das Ticket Ceuta-Algeciras rückerstatten. Fabien und Ludwig erkundigten sich nach einem Bus nach Tarifa. Ich konnte mich mit der Idee nicht mit dem Bus zu fahren nicht so recht anfreunden und so entschied ich nach langem hin und her in Algeciras zu bleiben. Vor dem Abschied waren wir noch im Ligthouse wo wir uns die Gästebücher anschauten und uns schliesslich auch noch verewigten. Abschiede fallen mir immer schwer zumal wir so viel mit einander Lachten und eine gute Zeit hatten. Ich wünsche denn beiden Tischler Wandergessellen auf diesem Weg nochmals alles gute und auf ein baldiges Wiedersehen. Der Bus fuhr los, der Regen ergoss sich in strömen nieder und ich war wider für mich selbst Verantwortlich. Ich hatte mich ja schliesslich entschieden. Nein ich sah ein es wäre zu umständlich und auch ein wenig gegen meine goldene Radfahrerregel einfach so den Bus zu nehmen. So hofte ich das der Regen nachlassen würde. Nach zehn Minuten strömte es immer noch in güssen, ich stieg auf das Rad und nahm eine unfreiwillige Dusche in Kauf. Bei der erst besten Beiz hielt ich an und trank ein Bier auf die beiden. Ich liess nochmals Revue passieren was in den letzten Tagen so alles geschah. Ich kam nicht einmal dazu Tagebuch zu schreiben. Es ging mir auch ein wenig zu schnell, es war fast wie eine Flucht aus Afrika. Die Jungs hatten am letzten Tag einen Speed trauf bei dem ich grosse Mühe hatte. Wir kamen nach Tanger und dann ging alles so schnell. Nun bin ich in Spanien im Euroland und fühle mich ein wenig verloren. Als sprang ich in ein neues Zeitalter. Die Eselkaren, Moscheen, der Tee, die Märkte mit dem bunten Treiben, alles so weit entfernt. Nahm ich wircklich die Fähre oder war es eine Zeitmaschiene. Und dabei war ich nur in Marokko, Mauritanien oder Senegal sollen da ja noch extremer sein.


118. Tag Fr. 28. März 2003
Algeciras, Atajate
4.43.57, 17.4, 54.5, 82.3 Total: 3'335.2 Km


Ich schlief an der gleichen Stelle. In der Unterführung. Das war ja ein Regen wie ich es schon lange nicht mehr sah. Heute morgen schien jedoch die Sonne so das ich mich auf denn Weg machte Richtung Ronda. Es ging durch einen wunderschönen Nationalpark. Die ersten 50 Km waren eher flach. Danach ging es auf 600 m.ü.M nach Gaucin. Der höchste Punkt war dann auf 800 m.ü.M. Ich hatte ein wenig Kopfschmerzen und fühlte mich sehr müde so das ich in Atajate beim Wasserhäuschen meinen Schlafsack ausrollte und mich hinlegte. Obwohl es erst 5.00 Uhr Nachmittags war. Ein Franzose kam hollte Wasser und wollte mir ein Buch geben. Als er wieder kam brachte er mir ein paar Religions Bücher. was zu Essen oder einen Platz zum Schlaffen wären der Nachstenliebe näher gekommen. So tauschte ich die Bücher am nächsten Tag um. Denoch gab es jemand der ein wenig mitleid hatte und mir was zum essen gab.


119. Tag Sa. 29. März 2003
Atajate, Ronda


Es sah so aus als müsste ich noch einen Tag länger in diesem 150 Seelendorf bleiben. Es soll laut dem Franzosen das kleinst Besiedelte Dorf Andalusiens sein. Es goss immer wider in strömen. Um 12.30 Uhr sah es dann so aus als kämme die Sonne. So brach ich auf. Jedoch fing es nach ein paar Km wider an zu Regnen. Es ging auf über 1000 m.ü.M hoch. Im Restaurant des Campingplatzes von Ronda blieb ich dann für weitere Stunden hängen. Ich konnte dort mich wenigstens umziehen und aufwärmen. Ronda erweist sich als schickes historisches Städtchen das einen Charme besitzt den Touristen lieben. So schrieb Ernest Hemingway:" the perfect place to visit with a girlfrind or to spend a honeymoon." Ich nutze die Regenzeit um die Homepage zu aktualisieren. Ich bin immer wieder froh diesen kleinen Kompakten Psion zu haben. Es erleichtert mir die Reise sehr. So kann ich schreiben wenn ich will und habe nicht denn Zwang. So wirken die Gedanken frischer und aktueller. Meine nächste Investition die ich machen möchte ist eine Digitalkammera. Am Abend verbringe ich die Zeit in einer Bar und lerne ein wenig Spanisch mit den Leuten. Ich würde gerne eine Woche hier bleiben und irgendwo arbeiten. Mal schauen ob sich da was ergibt.


120. Tag So. 30. März 2003
Ronda


Ich schlief die Nacht wider einmal bei einem Hauseingang. der Boden war zu nass und im Regen das Zelt aufstellen ist auch nicht der Hit. Die Hotels waren mir zu teuer und bei dem einem Mädchen konnte ich wegen diesem blöden Idioten von einem Inder auch nicht übernachten. Obwohl Sie es mir bereits zugesagt hatte. Der Idiot hat das arme Mädchen in ein schlechtes Licht gerückt. Es war mir schon klar das Sie danach NEIN sagen würde. Nun so war der Hauseingang mein Domizil für diese eine Nacht. Was bringt wohl die nächste Nacht. Mir gefällt Ronda immer mehr. Die Leute scheinen auch ziemlich OK zu sein. Wirken nur am Anfang ein wenig mürrisch. Was mir auffällt ist das viele hübsche Mädchen einen Arsch haben das man denken könnte er wäre für zwei Gedacht. Von was das wohl kommen mag ? Die Mädchen sind jedoch sehr nett. Zwei wunderschöne Mädchen erklären mir das hier viele Spanier Schwul sind und Sie immer noch Solo sind. Verstehen kann ich das nun wirklich nicht. Zum Glück bin ich "Lesbisch".


121. Tag Mo. 31. März 2003
Ronda


Ich habe mich neulich umgesehen wegen einer Arbeit. War aber nicht der Ort an dem ich Arbeiten möchte. Ich kaufte noch ein paar neue Schuhe. Es gab so viele Schuhgeschäfte, doch fand ich meinen erst bei einem Handwerker Geschäft. Metalleinlage und verstärkte Sohle so das keine Nägel durch kommen. Und der Schuh ist auch noch sehr bequem und fällt nicht auf als Arbeitsschuh. Kostete nur 30 Euro. Die Turnschuhe waren nicht mehr gut und bei dem Regen waren die Socken sofort nass. Ich fand einen guten Platz wo ich mein Zelt aufstellen konnte. Zentral und Sicher.


122. Tag Di. 1. April 2003 Ronda, Osuna, Ecija
5.33.28, 21.3, 62.0, 118.5 Total: 3'486.1 Km


Es hat mich wider mal gepackt. ich wollte weiter. Der Verkehr war sehr gering und ich fuhr durch eine geniale Berglandschaft. Ich hätte die Küstenstrecke von Valenzia nach Malaga sparen können. Hier in den Bergen im Inland ist es Tausendmal besser. Ich kam sehr gut voran. Nun bin ich schon in Ecija. Sollte eine schöne Stadt sein. Nun mir gefällt Sie nicht. Es gibt keine wirkliche Altstadt wo man als Fussgänger flanieren könnte. Ich suche ein Nachtlager dabei fahre ich mehrmals bei einem Nachtwächter vorbei. Auf einmal hält mich die Polizei an. Sie will meinen Pass sehen. Ich frage nach dem Grund. Es gibt keinen also behalte ich mir das Recht vor ihn nicht zu zeigen. Die Polizei gibt sich geschlagen und fährt weiter. Beim Mondkind einer kleinen im Afrikastill eingeichtete Bar trinke ich ein Bier. Ich werde Eingeladen. Man ist sehr spendabel. Hier werden harte Drogen Konsumiert. Zuerst war es nur ein Joint nun ist man schon bei Heroin angelangt. Man nimmt es zu sich als wäre es eines der normalsten Dinge die man am Abend so macht. Was für eine Welt in der ich Drogen brauche um Mensch zu sein. Ich stelle fest man ist sehr Grosszügig bei Essen und Getränken bei der wahren Gastfreundschaft hört man jedoch auf.


123. Tag Mi. 2. April 2003
Ecija, Fuente Palmera, Cordoba, Las Ermitas
5.48.01, 17.4, 51.0, 100.7 Total: 3'586.6 Km


Fahre auf Feldwegen nach Cordoba. Dabei endtecke ich Fuente Palmera. Auf meiner Karte nur eine kleine Stadt. Ich stelle fest das es eine wirklich schöne Altstadt hat. Es gefällt mir sehr gut. Die Leute sind auch sehr nett. Hier hätte ich die Nacht über bleiben sollen. Cordoba erschreckt mich eher. Viel Verkehr und sehr Anonym. Ich fahre weiter. Ich nehme die Nordverbindung. Eine kleine Bergstrasse. Der Verkehr beschränkt sich auf ein minimum. Die Aussicht ist Grossartig. Eine Strasse von der man als Radfahrer nur träumen kann. In Las Ermitas einem Kloster frage ich nach Unterkunft und Verpflegung. Der Mann will mir für teures Geld ein Ticket verkaufen. Herr Jesus, der Mensch hat dich ans Kreuz genagelt und nun verkauft er deine Seele und deinen Glauben. Aber der Mensch versteht den Weg des Lebens immer noch nicht.


124. Tag Do. 3. April 2003
Las Ermitas, Vilavicosa de Cordoba, Vilanueva del Rey, Belmez
4.32.50, 15.3, 50.5, 69.7 Total: 3'656.5 Km


Worte können es nicht beschreiben, den Zauber der Natur. Es war wider ein herrlicher Tag auf diesem weg durch die berge. Es war gut diesen kleinen unscheinbaren Weg zu nehmen. Ich sah die Alternative. Ein Autobahnähnliches Gebilde. In Belmez blieb ich die Nacht. Ein Reizvoller kleiner Ort. Ich fand eine gute Stelle wo ich mein Zelt aufschlagen konnte. Die Nacht wurde jedoch sehr kalt..


125. Tag Fr. 4. April 2003
Belmez, Hinojosa, Cabeza
4.56.32, 16.5, 43.5, 81.4 Total: 3'737.9 Km.


Ich durfte kostenlos das Internet in der Gemeinde Bibliothek benutzen. Die Leute waren sehr freundlich. Um 12.00 Uhr fuhr ich dann weiter. es war immer noch sehr kühl. Ich machte einen Versuch. Ich wollte wissen ob die Leute einen Erlauben würden auf ihrem Land zu Campen. 2 Farmer schickten mich weiter der eine Erlaubte es mir mit einem Murren. Am anderen Tag wollte ich mich bedanken. Ein Schloss war vor dem Zaun. Ich meinte zu sehen wie sich der Vorhang bewegt hat..


126. Tag Sa. 5. April 2003
Cabeza, Puebla de Alcocer, Herrera del Duque, Castilblanco
5.11.51, 17.4, 52.5, 90.6 Total: 3'828.5 Km


Ich bin im Gebiet der Extramatura eines der einsamsten Gebiete Spaniens. Es gibt wohl mehr Schaffe als Menschen. Ich geniese es sehr. Wenig Verkehr jedoch nicht so einfach da sehr Hügelig. Es ist schon lange her seit ich den letzten Radfahrer sah. Und das waren welche die nicht mit mir Reden wollten. Ich traf Sie in Ronda. Vermutlich waren das solche die mal ein oder zwei Wochen Stressradfahrer Ferien machen. In Castilblanco campe ich, Ornix lasse ich laufen. Sie kommt erst um 00.30 Uhr wider. Die linke vordere Pfote ist verlezt. Ich nehme an das Sie einen Revierkampf hatte.


127. Tag So. 6. April 2003
Castilblanco, Helechosa
2.09.09, 18.0, 68.0, 38.9 Total: 3'867.4 Km


Ich nahm es Heute gelassen. Traf einen Deutschen der mir den Tipp gab nahe an einem See zu Campen. ein guter einsamer Platz. Sympathische Leute.


128. Tag Mo. 7. April 2003
Helechosa


Nicole erzählt mir ihre Kindheit und von dem tragischen Selbstmord ihrer Tochter. Sie sprang von der Brücke. Im Tagebuch schrieb Sie immer wieder vom Heiner. Auf der letzte Seite des Buches hies es:"Ich muss von Sinnen sein doch ich muss es tun." Es war der Anblick einer alten Frau. Die Haare noch voller Schmutz. Die Beine einer alten. So sah Nicole Ihre Tochter in der Leichenhalle. Ja Sie musste Ihre Tochter sehen, Sie glaubte es bis zum letzten Moment nicht das Tanja nicht mehr lebt. Nicole erzählt das Sie ihrer Tochter lange nicht verzieh. Wieso hast du uns das Angetan. Uns so Leiden zu lasen, wie böse musst du gewesen sein. Bittere Tränen. Jahre vergingen. Die Nachbarin war Sterbenskrank. Nicole pflegt die alte Dame und kurz vor ihrem dem Tod sagte Sie zu Ihr:"Frau Keller, wenn Sie meine Tanja im Himmel sehen geben Sie mir ein Zeichen das es ihr gut geht. Ein paar Tage später träumte Nicole von Ihrer Tanja. Sie schwebte vom Himmel runter ihre Haare wehten im Wind die bitteren Tränen schwanden und ihr Gesicht lächelte Sie an. Nicole erwachte, weckte ihren Mann. Sie wuste Das war das Zeichen das Ihr Frau Keller gab, denn Frau Keller starb noch in der selben Zeit.


129. Tag Di. 8. April 2003
Helechosa, Navahermosa
6.16.19, 15.9, 52.5, 99.7 Total: 3'3977.0 Km


Ich verlasse diesen Einsamen Platz am See. Die Heutige Strecke führt mich durch den Nationalpark. Eine sehr Einsame Gegend. Es gibt kaum Häuser und in der ganzen Zeit begegneten mir 7 Autos. Der höchste Punkt war auf 1198 m.ü.M. In Navahermosa campe ich dann neben dem Friedhof.


130. Tag Mi. 9. April 2003
Navahermosa, Toledo
2.36.29, 20.2, 58.0, 52.8 Total: 4'019.8 Km


Die ruhige Zeit mit der Extramatura Siberia ist nun vorüber. Nun bin ich wider auf einer Strasse mit viel Verkehr. Voralem die Laster machen mir das Leben zur Hölle. Ich könnte ohne diese Dinosaurier Leben. Toledo ist ein Lebendes Museum. Ich treffe wieder einmal Schweizer und erfahre das zurzeit Schnee in St. Gallen liegt. Und hier herrschen Temperaturen um die 25° Celsius. Ich erkundige mich wo ich meine Sachen waschen kann. Ich lerne ein Schweizer Paar auf dem Camping kennen die mich mal wider verwöhnen mit Kaffe und Brötchen. Ich geniese solche Begegnungen sehr. Es werden Tips ausgetauscht und es herrscht eine Familiäre Stimmung.


131. Tag Do. 10. April 2003
Toledo, Mocejon
1.24.31, 16.8, 47.5, 23.9 Total: 4'043.7 Km


Ich brachte meine Sachen zur Wäscherei. Ich muss Unbedingt was machen gegen meine Ungeziefer im Schlafsack. Es waren die schlimmsten Nächte seit langem. Nun ist Schluss. So ich brachte meinen Schlafsack und die meisten Kleider zur Reinigung und kaufte noch einen Insektenvernichtungspray. Es ist 19.00 Uhr ich habe genug von Toledo und fahre weiter zum nächsten Dorf.


132. Tag Fr. 11. April 2003
Mocejon, Morata de Tajuna, Orusco, Loranca de Tajuna
5.08.35, 22.3, 61.0, 114.7 Total: 4'158.4 Km


Ich schlief diese Nacht sehr schlecht. Die kleinen Teufel wollten einfach nicht verrecken. Obwohl ich mit der Giftkeule vom Grünen Kreuz "Label" gegen die Biester vorging. Es herrschte Krieg um meinen Schlafsack. Ich dachte mir die Wäscherei würde den meisten Viechern den Gar aus machen und wenn nicht dann mein Ungezieferspray. ich Irrte gewaltig. Krieg ist keine schöne Sache. Ich pflegte meine Wunden und säuberte das Kriegsfeld von den Toten Krablern. Mehrmals sprühte ich den Schlafsack und mich selbst ein. Doch ich glaube manche wurden nur noch wilder und stachen um so herzhafter zu. Am morgen war ich zu tode Müde und konnte doch nicht schlafen. Ein paar Kaffe danach war ich wider auf der Strasse. Km 30 wurde das Ende meiner kleinen Strasse, was folgte war ein Traum für alle Autofahrer und mein Persöhnlicher Alptraum. Ein 4 Spurrige Schnellstrasse genannt Autovia. Nun Es waren zum Glück nur 6 Km. Es suchte mir die kleinsten Strassen raus und der Verkehr lies nach. Die Strasse führte durch ein Tahl immer dem Rio Tajuna entlang. Ich fand ein kleines Dorf das sehr gemütlich war. Ja da las ich mich nieder. Ein guter Platz fürs Zelt war schnell gefunden. Nein noch stelle ich es nicht auf. Zuerst in die Dorfkneipe ein paar Kaffees die Droge die ich täglich brauche und noch ein paar Zeilen schreiben. Karten habe ich auch noch zu schreiben. Neben mir zocken die alten, ja der Spanier ist ein lauter Mensch. Wie viele Worte habe ich Heute gesprochen. Ich denke es waren um die 200 Worte. Die Hälfte Wiederholungen. Denke nun wider öfters an das Leben in der Heimat. Was soll ich machen. Eine zweite Lehre oder wie ich es vorhatte auf einer Pferderanch zu arbeiten. Oder in einer Bar. Ich weiss es nicht.


133. Tag Sa. 12. April 2003
Loranca de Tajuna
5.08.35, 22.3, 61.0, 114.7 Total: 4'158.4 Km


In der Nacht Regnete es ein wenig. Nicht sehr stark. Es war morgens immer noch bewölkt. Ich entschloss mich noch eine Nacht länger zu bleiben. Die stelle wo ich campte war super gelegen. So ging ich Einkaufen. Ich kaufte eindeutig zu viel ein. Werde noch lange daran zu knabbern haben. Die Leute hier sind sehr nett. Einer kam und brachte Holz mit dem er eine Feuerstelle einrichtete. Ich nahm am Abend an der Eröffnungsparty eines neuen Restaurant Teil. Es war jedoch schöner die letzten Stunden des Tages an der Feuerstelle zu geniesen. Ja der Spanier ist ein lauter Mensch. Ich fange an die Leute auch an zu brüllen. Ergebnis er glaubt noch lauter werden zu müssen. Vielleicht kommt es daher das es viele alte Menschen gibt die nicht so gut hören können.


134. Tag So. 13. April 2003
Loranca de Tajuna, Brihuega, Sigüenza
5.41.31, 19.0, 60.0, 108.2 Total: 4'266.6 Km


Ein herrlicher Sonntag. Ich packe meine Sachen. Bei so einem Wetter kann ich nicht länger hier bleiben. Ein ruhiger Tag in einer wenig Besiedelten Gegend. Ich fahre dem Rio Tajuna entlang der sich in Windungen runter schlängelt. Er ist kein gewaltiger Fluss, er wirkt eher wie ein ruhiges Bächlein. Ich fahre so an die 2 Stunden. Nun wäre es Zeit für eine kleine Pause. Ich sehe ein schönes Anwesen. Auf einem Schild steht in grossen Buchstaben folgendes geschrieben. HARI KRISNA ISKCON CENTER. Ich bin neugierig und gehe mal den kleinen Weg hoch. Ich möchte dieses Anwesen sehen. Es ist ein Burgähnliches Anwesen. Leider fehlt die Pflege ein paar Arbeiten im Garten und am Haus wären nötig. Man lädt mich zum Essen ein. Die Leute sind sehr nett. Es kamen viele von weit her um Heute an der Messe Teilzunehmen. Und noch mehr Leute kamen einfach nur so um am Essen Teil zu haben, so wie ich. In Sigüenza kam ich erschöpft an. Ich fuhr Nonstop 3½ Stunden. Ich hatte die Strasse falsch Eingeschätzt. So glaubte ich das es nun von 1200 m.ü.M nur noch runter gehen würde. Das war ein schwerer Irrtum. Es ging in Wahrheit steil runter und auch wider steil hoch. Dazu kam es auch noch das ich starken Gegenwind hatte. Ich traf einen Deutschen Krankenpfleger der in Zürich arbeitet. Zusammen mit seiner Frau machen Sie Urlaub in Spanien und Portugal.


135. Tag Mo. 14. April 2003
Sigüenza


Am Abend fing es wider an zu Regnen dazu blies noch ein starker Wind. Was für ein April Wetter. So blieb ich hier halt noch einen Tag hängen. Zum Glück nicht der schlechteste Ort um einen Tag länger zu bleiben. Ornix, meine kleine Raubkatze hatte auch ihren Spass Sie fing im Park einen kleinen Vogel. War sehr interessant zu beobachten wie schnell sie den kleinen hatte. Sie spielte ein wenig und ass ihn dann auf.


136. Tag Di. 15. April 2003
Sigüenza, Baraona, Almazan


Das Wetter ist immer noch wechselhaft. Ich möchte aber ein wenig weiter. So packe ich meine Sachen zusammen und fahre raus aus Sigüenza. Der Wind schwächt meine Motivation. in Almazan treffe ich in einer Bar ein sehr hübsches sympathisches Mädchen. Nun habe ich gar keine Lust mehr weiter zu fahren. Leider arbeitet Sie die ganze Zeit, hätte Sie gerne näher kennen gelernt.


137. Tag Mi. 16. April 2003
Almazan, Soria
2.28.00, 17.2, 55.0, 42.7 Total: 4'375.5 Km


Heute habe ich überhaupt keine Lust. Habe das Gefühl ausgelaugt zu sein. Kommt bestimmt auch davon das ich länger nicht mehr durchschlafen konnte. Ich nerve mich schon wegen der kleinsten Sache. Kein gutes Zeichen. Ich habe nun Lust bekommen an einem Ort länger zu bleiben und frage mich wie ich die nächste Zeit Leben werde. Es geht schon irgendwie weiter.


138. Tag Do. 17. April 2003
Soria, Oncala 1454 m.ü.M, Arnedilo
3.45.48, 19.4, 52.5, 73.1 Total: 4'448.6 Km


Ich erinnere mich an den Satz den mir eine Deutsche mal sagte. In Spanien sieht es so aus als wäre jeder Hügel schon einmal umgekehrt worden. Ich fahre auf einer dieser neuen breiten Strassen bei denen man nicht mehr sagen kann es geht hoch runter oder geradeaus. Nur in den Beinen merke ich das ich nun seit 45 Minuten den Berg hoch trample. Mein Höhenmesser hat die 1200 Marke schon lange überschritten. Ich rechne, jeder Km 50 Höhenmeter mehr. Noch 2 Km dann bin ich auf dem Pass. Ich muss das Hemd wechseln, kann es beinahe auswinden. Doch nun geht es runter. Denkste. In Spanien geht es runter und hoch. So auch hier nach 2 Km geht es erstmals wieder hoch. Nun bin habe ich es geschafft, Ich stehe an der Kante und schaue runter. Eine herrliche Aussicht ist meine Belohnung. Ich treffe auf der anderen Seite einen gleichgesinnten. Einer aus Basel (Schweiz). Er bereist Europa schon seit über 20 Jahren. Nun ist er Pensioniert und hat noch mehr Zeit. Ich fahre weiter nach Arnedilo wo ich in der Nähe des Friedhofes mein Zelt aufstelle. Die Lage ist Sensationell. Ich bin auf einer Erhöhung und sehe auf das Dorf runter. Heute ist Semana Santa, Ostern, es gibt eine Prozession mit Kaputzenmännern und Trommelwirbel. Einer trägt das Kreuz Jesus auf dem Rücken.


139. Tag Fr. 18. April 2003
Arnedilo, Estella, Extauri
6.05.12, 18.4, 55.0, 112.3 Total: 4'560.9 Km


In diesem Dorf gibt es eine Natürliche Warme Therme. Ich schaue mir das an und genehmige mir ein frisches warmes Bad. Herrlich nach so langer Zeit wider einmal Baden zu können. Es geht weiter durch ein enge Thal. Eine wunderbare Gegend. In Extauri komme ich müde an. Auf dem Dorfplatz spielt sich das Leben ab. Ich gönne mir ein Bier. Ein grosser dicker Mann mit Sonnenbrille möchte das mit dem Fahrrad im Kreis herum fahre. Ich lehne ab und gebe zu verstehen das ich kein Zirkus Artist sei. Ich glaube das ihm diese Antwort sehr gefallen hat. Den nun bin ich sein Gast. Man lädt mich zum Essen ein und ich kann bei ihm übernachten.


140. Tag Sa. 19. April 2003
Extauri


Ich wollte eigentlich früh los doch man lies mich nicht so einfach gehen. Als es schon spät wurde, bot ich an ihm im Garten zu helfen. So fingen wir mit der Motorsäge an Holzstämme in kleine Stücke zu sägen. Die Arbeit war leicht und ich war auch sehr froh mal wider was machen zu können. Manchmal geschehen Dinge die man gar nicht so fassen kann. Vor ein paar Tagen sehnte ich mich danach Irgendwo zu arbeiten für Kost und Logie. Heute arbeite ich bereits und ohne das ich mich bemühen musste jemanden zu finden. Die Leute sind auch sehr freundlich, eine herrliche Familie.


141. Tag So. 20. April 2003
Extauri


Auch Heute half ich im Garten mit. Nun sieht es wesentlich geordneter aus. Die Holzstämme sind in kleine Stücke gesägt und aufgestapelt. Es machte riesen Spass hier zu Arbeiten. Und ich konnte auch wieder einmal Duschen und meine Kleider waschen.


142. Tag Mo. 21. April 2003
Extauri, Pamplona, Belate
2.13.25, 19.5, 62.0, 43.5 Total: 4'604.4 Km


Leonardo fuhr mich Heute in ein kleines Dorf. Bei seinem Freund zeigte er mir eine alte Bodega wo noch Wein von 1950 lagert. Es war schwer Abschied zu nehmen von dieser Herzlichen Familie. Doch es wurde Zeit um weiter zu gehen so fuhr ich Richtung Pamplona. Ich nahm die National 121A. Auf 820 m.ü.M übernachtete ich dann.


143. Tag Di. 22. April 2003
Belate, Oronoz, Dantxarinea, Hasparren, Belloc
4.40.54, 18.9, 60.0, 88.5 Total: 4'692.9 Km Total in Spanien: 1'404.3 Km


Eine 12 Km lange Downhill strecke erwartete mich. Mit max. Speed bis zu 60 Km/h fuhr ich runter. Ein Heuschnupfen Anfall erwartete mich dann in Frankreich. Ich bewege mich nun zwischen 100 und 180 m Höhe. Ein Hügel nach dem anderen. Ich habe das Gefühl in den Bergen war es weniger anstrengend als hier. Ich besuche ein Kloster in Belloc. Ich kann die Nacht über bleiben. Ornix fängt 2 kleine Mäuse.


144. Tag Mi. 23. April 2003
Belloc, St. Sever
5.14.56, 16.9, 53.0, 88.4 Total: 4'781.3 Km


Nach dem Frühstück packe ich meine Sachen. Ich bin sehr Müde da ich es mir nicht gewohnt bin schon um 8.00 Uhr aufzustehen. Normalerweise schlafe ich bis 10.00 Uhr. Ich habe immer noch die Marokkanische Uhrzeit dort ist es 2 Stunde früher. Ornix fängt nochmals 2 kleine Mäuse. Ich habe das Gefühl nicht vorwärts zu kommen. Als würde etwas mich aufhalten.


145. Tag Do. 24. April 2003
St. Sever, Eauze
3.56.13, 18.6, 48.0, 73.3 Total: 4'854.6 Km


Ich treffe immer wieder Pilger vom Jakobsweg an. Ob wohl alle die ganze Strecke machen. Ich habe das Gefühl das dieser Jakobsweg mehr ein Touristenweg ist. Leute die für 3 Wochen einmal eine kleine Wanderung machen. Von einem Hostel zum nächsten. Ich denke das ein richtiger Pilger sich Zeit lässt und von Zuhause aus losgeht. Zu Fuss, mit dem Fahrrad oder per Pferd/Maultier sollte man sich bewegen und die ganze Strecke auf einmal machen. Doch die Mehrheit geht in den Jakobsweg in Etappen, dabei macht man den schönen Teil sieht die Sehenswürdigkeiten und den harten Teil lässt man aus. Doch es gibt bestimmt auch noch Pilger die den weg noch aus anderen Motiven heraus unternehmen. Ich übernachte auf einen dieser herrlichen Rastplätze. Hier handelt es sich um einen kleinen Fischweiller. Ich treffe auf einen Karpfen Spezialist. In der Nacht fängt er einen 11.8 Kg schweren Fisch. Er wägt ihn und macht ein Photo um ihn danach wieder ins Wasser zu lassen.


146. Tag Fr. 25. April 2003
Eauze, Condom, Lectoure, Miradoux
3.50.50, 17.9, 52.5, 69.0 Total: 4'923.6 Km


Ich treffe Heute wieder auf den Jakobsweg. Kurz vor Miradux treffe ich einen Radler aus Deutschland an. Er erzählt mir das er sich für diese Reise sehr lange Vorbereitet hat. In seiner Lehrzeit las er ein Buch eines Jakopspilger der diesen Weg im 12. Jahrhundert ging. Von diesem Buch war er sehr fasziniert und nun im Pensionärs alter macht er sich auf diesem Weg. Er sagt mir das es ihm nicht um eine Art Sünden Vergebung gehe. Es soll eine Reise der Erfahrung sein. Er werde nach dieser Reise einen Vortrag in der gemeine halten.


147. Tag Sa. 26. April 2003
Miradoux, Lavit
1.48.41, 19.4, 55.0, 35.2 Total: 4'958.8 Km


Ich frage Leute nach dem Weg Richtung Lavit. Dabei lerne ich den 84. Jährigen Engländer Jerry kennen. Er ist mit einem Boot von England nach Frankreich gekommen und hat sich hier in Frankreich eine neue Existenz aufgebaut. Ich plaudere noch lange mit ihm und staune über sein Abenteuerliches Leben. Ich bin froh solche Leute immer wieder anzutreffen. Leute wie Cherry bewundere ich sehr und man kann sehr viel von ihnen lernen. Ich mache heute meinen Ruhetag und fahre nicht sehr weit. In Lavit werde ich Abends von einem Jungen angesprochen. Er fragt ob ich ein Glas Wein trinken möchte. So lerne ich seine Mutter kennen. Sie hat 4 Kinder von verschiedenen Männern. 2 Leben nun bei Ihr.


148. Tag So. 27. April 2003
Lavit, Moutauban, Gaillac
4.38.36, 19.0, 55.0, 88.3 Total: 5'047.1 Km


In Gaillac werde ich von Jules eingeladen. Ich wollte meine Flaschen mit Wasser auffüllen. Er sah das der Brunnen nicht funktioniert. Jules hat eine tragische Geschichte. Er hatte vor ein paar Jahren einen Unfall. Er und sein Freund schliefen beim Fahren ein. Dabei kam es zum Unfall der das Leben für Jules Total veränderte. Mit 550 Euro im Monat versucht er sich über die Runden zu schlagen. Arbeiten kann er nicht mehr da er sehr schnell müde wird. Er sitzt zu Hause und schaut Fernsehen oder liest. Ich suche den Campingplatz da ich Heute wider einmal Duschen möchte. Der Besitzer ist sehr freundlich. Er liebt Tiere und unterhält einen kleinen Zoo.


149. Tag Mo. 28. April 2003
Gaillac, Albi, Trebas
3.51.49, 16.4, 35.0, 63.6 Total: 5'110.7 Km


Ich verlasse den Campingplatz und fahre zur Tourist Information. Hier sind Sie sehr freundlich, das ist leider nicht immer so, vielmals ist es eine Glückssache ein freundliches Büro zu finden. Ich bekomme einen Plan der Region Florac und auch das freundliche Lächeln ist kostenlos. So ist der Tag gleich noch schöner. Ich suche einen kleinen Weg nach Albi rein. Doch immer wieder komme ich auf die stark befahrene National 88. Ich suche nach dem Valley du Tarn das bei St. Juery anfängt. Heute habe ich besonders Mühe mit meinem Heuschnupfen. Ich muss immer wieder niesen, meine Augen jucken und in den Ohren juckt es mich. Ich habe festgestellt das in den Besiedelten Gebieten mein Heuschnupfen grösser ist. Ich nehme an das es vom Rassenmähen kommt. Denn Unterwegs habe ich fast keine Probleme, doch sobald ich in die Nähe eines Dorfes komme fängt es an. Gegenwind stellt mich auf die Probe. Ich nehme es relativ Gelassen, fahre ein wenig langsamer und denke das ich nicht im Wettlauf mit der Zeit bin. Bei einem Pick-Nick Platz mache ich Rast. Ich werde auf ein Glas Wein eingeladen und spiele zum ersten mal das Traditionelle Spiel mit en kleinen schweren Kugeln. In Trebas kann ich auf dem Campingplatz umsonst übernachten. Er eröffnet erst am 1. Mai. Man lädt mich sogar zur Bar Eröffnung ein.


150. Tag Di. 29. April 2003
Trebas, Compregnac
4.24.30, 17.4, 51.0, 76.5 Total: 5'187.2 Km


Ich befinde mich immer noch im Thal der Tarn. Es gibt fast keinen Verkehr. Eine faszinierende Strecke. Zwischendurch passiert man ein Tunnel. Das längste war 950 Meter. Ich habe ein wenig mühe im Thal der Tarn zu bleiben. Die Wegweiser zeigen immer wieder nach St. Afrique, dort möchte ich jedoch nicht hin. Als ich bei einem Bauernhof nach dem Weg frage werde ich spontan zum essen Eingeladen. Man feiert 4 Geburtstage in der Familie. Man fragt mich ob ich einen der 2 Monate alten Welpen haben möchte. Es ist ein Schäferhund nicht zu gross und nicht zu klein. Wenn ich einen kleinen Anhänger gehabt hätte, wäre die kleine schwarzweiss gemusterte Welpe gleich mitgekommen. So habe ich leider keinen Platz. Ich werde zuerst einen Anhänger besorgen. Starker Gegenwind ist nun mein ständiger Begleiter. Dunkle Wolken am Horizont Vorboten des bevorstehenden Unwetters. 10 Km trennen mich vor Millau ich bin in Compregnac. Bei der Kirche hat es einen kleinen Spielplatz ein guter Ort zum Campen. Ich frage den Kirchenwart um Erlaubnis. Keine Einwände. Ich stelle das Zelt auf und erkundige Compregnac. Ein kleines Dorf mit Mittelalter Charakter. Die Häuser noch mit Sandstein und Holz gebaut. Den Natürlichen Baustoffen.


151. Tag Mi. 30. April 2003
Compregnac, Milau, Les Vignes
2.47.45, 19.2, 35.0, 53.4 Total: 5'240.6 Km


In Milau habe ich Zeit um meine Tagebuch Eintragungen zu aktualisieren. Ich bin in einem kleinem Caffe und warte bis der Regen aufhört. Ich fühle mich Heute ein wenig Müde so das ich mich entschliesse eine kürzere Etappe zu machen. Gorges du Tarn, ein spektakuläres Thal. Majestätisch ragen die nackten Felsen über der Tarn. Ich schleiche mich in engen Kurven durch das Thal. Am Abend treffe ich auf dem Rastplatz auf eine Gruppe Kletterer. Wir machen ein Lagerfeuer ein schöner Abschluss für diesen Tag.


152. Tag Do. 1. Mai 2003
Les Vignes, Mende, Langogne, Pradelles
6.03.40, 17.1, 58.0, 103.7 Total: 5'344.3 Km


Trotz der Berge und Aufstiege bis zu 1300 m.ü.M kam ich Heute sehr gut voran. Ich werde fast wie ein Eisennagel von einem starkem Magneten angezogen. Die Heimat lockt. Bei Aufstieg hatte ich meinen ersten Platten nach langem wieder. Der vordere Reifen muss ich bald auswechseln. Er sieht schon fast wie ein Schweizer Käse aus. 2 Löcher decke ich mit einem Gummi ab. Den Schlauch wechsle ich aus. In Pradelles gönne ich mir mal wieder ein Nachtessen. Es ist ein Gasthof der Pilger des Steffenson Pilgerweges aufnimmt.


153. Tag Fr. 2. Mai 2003
Pradelles, Le Puy, Retournac, Aurec
5.04.51, 21.8, 62.0, 110.7 Total: 5'455.0 Km


Nach einem kurzen Aufstieg von 3 Km folgt eine rasante Abfahrt über mehrere Km. Ich bin nun schon in Le Puy en Vallay. Die letzten Tage kam ich sehr gut voran wenn das so weiter geht erreiche ich die Schweiz in wenigen Tagen. Ich fahre der Loire entlang runter Richtung Lyon. In Aurec werde ich von Franzosen zum Pick-Nick Eingeladen. Herzliche Menschen, ich bin froh das es noch solche Menschen gibt. Ich stelle mein Zelt am Ufer der Loire auf. Am Lagerfeuer lasse ich den Tag Revue passieren. Was ist der Sinn dieser Reise oder des Lebens. Momente der Philosophie. Momente die das Zigeuner Leben so in sich birgt.


154. Tag Sa. 3. Mai 2003
Aurec, St. Etienne, Lyon
4.51.08, 19.0, 52.5, 92.2 Total: 5'547.2 Km


Von einer Stadt in die nächste. Und dann fahre ich noch ein Stück auf der Autobahn. Ich werde vom Strassenwartungsdienst angehalten. So fahre ich die nächste Ausfahrt raus. Ja von St. Etienne war es nicht sehr klar ersichtlich wie man mit dem Rad fahren muss. Die Strasse gehören den Motorigen Blechkisten. Und die Beschilderung nimmt keine Rücksicht auf Pedalierende. Ich habe es geschafft bin in Lyon angekommen. Einen Platz habe ich schnell gefunden.


155. Tag So. 4. Mai 2003
Lyon, Nantua
6.06.08, 19.1, 48.0, 116.8 Total: 5'664.0 Km


Ich versuche Lyon zu verlassen. Mein Versuch einen Plan bei der Tourist Information zu besorgen scheiterte. Die Tourist Information wurde Anschlag von Randalierenden und wurde daher für einige Zeit geschlossen. Ich musste es also alleine schaffen. Ich hatte Glück. Ein Radfahrer der auf dem selben Weg fuhr sah das ich nicht mehr weiter wüste. Er fragte wohin ich will und da es die gleiche Richtung war in der er auch fahren wollte, zeigte er mir den Weg. So kam ich ohne weiter Probleme raus aus Lyon. Es war eine schöne Strecke und ich kam auch ganz gut voran auf der N84. In Ponchin lernte ich eine ältere Frau kennen die auch eine kleine Katze hatte. Ornix freundete sich schnell mit dem kleinen Kater an. Es war ein schönes Schauspiel den beiden Katzen zuzusehen. Nun ging es weiter ich hatte einen 6 km anstieg zu bewältigen. Ich zählte die Fahrzeuge die mich überholten. 7 Motorräder, 61 Autos und 1 Wohnmobil. Ich wollte auf dem Fussballplatz campen, so wie die vielen Zigans (Zigeuner). Eine ältere Dame, ein wenig Mollig, es fehlte nur noch die Kristallkugel, gab mir Brot und Käse. Sie gab mir den Rat ich soll nicht mit den Kindern sprechen, die Betteln nur und verstehen nichts vom Leben. Ich solle mir einen ruhigen Platz suchen wo ich Ungestört schlaffen kann. So fuhr ich weiter und fand einen super Platz neben dem See in Nantua.


156. Tag Mo. 5. Mai 2003
Nantua, Bellegarde, St. Julien, Geneve
3.34.50, 19.6, 46.5, 70.0 Total: 5'734.0 Km Total in Frankreich: 1'079.7 Km


Ich schlief diese Nacht wie ein Bär in seinem Winterschlaf. Es war ein sehr erholsamer langer Schlaf. Ich träumte sehr intensiv. Und als ich aufwachte dachte ich es müsse schon bestimmt Mittag sein. Es war aber erst 8.30 Uhr. Ornix schien noch müde zu sein. In letzter Zeit scheint Sie ruhiger geworden zu sein. Ich frage mich ob Sie das Kindliche schon verloren hat und nun schon im Erwachsenen Stadium sich befindet. Sie lässt mich immer wieder erstaunen, Ich habe das Gefühl Sie zu kennen und doch überrascht Sie mich immer wieder von neuem. Es ist Routine geworden meine Sachen aufzustellen und wieder einzuräumen. Alles geht schon wie von alleine. Jeder Handgriff sitz und ist schon seit langem eingespielt. So steht mein Zelt in 10 Minuten und in 20 Minuten bin ich abfahrtsbereit. Mein Ziel ist Genf. Ich weiss nicht was mich erwarten wird. Es ist als gehe ich in ein mir fremd gewordenes Land zurück. Ich möchte 2 bis 3 Monate arbeiten. Um dann von neuem mit neuen Ideen aufzubrechen. Ich glaube Syrien im Winter zu besuchen hat mir Präsident Busch ans Bein gestrichen. Wie kann man nur andere Menschen töten, nur um des Profites Willen. Ich habe immer mehr Probleme mit diesem Materielle Denken das in dieser Welt herrscht. In Genf angekommen rufe ich Claude Marthaler an, ein Radfahrer der 7 Jahre um die Welt fuhr. Ich traf in genau vor einem Jahr. Ich bin gespannt was sich bei im getan hat. Ich habe Glück er ist zu Hause und er lädt mich zu seinem Diavortrag ein der Heute stattfindet. Ich versuche meinen Bruder zu erreichen. Es bleibt beim Versuch. Der Diavortrag weckt Erinnerungen an die Grosse Asien Reise. Ich bekomme grosse Lust nochmals dorthin zu gehen. Doch erst möchte ich ein wenig noch die Schweiz geniesen und mich wieder einmal Stationieren. Als ich bei Claude meine Emails kurz durchschaue erschrecke ich über ein sehr traurigen und aggressiven Brief von meinem Bruder an meinen Vater. Er beschuldigt ihn mit Mutter sehr schlecht umgegangen zu sein. Mutter liegt nun im Spital. Es stellte sich heraus das Sie Diabetes hat und auf 48 Kg abgemagert ist. Vater dachte das Sie Knochenschwund hätte. Ich bin geschockt und zum erstenmal denke ich was sein wird wenn Mutter einmal nicht mehr da sein wird. Ich denke an meine Familie in der Harmonie eine bittere Ironie ist. Aber wir sind da bestimmt nicht die einzige Familie. Von aussen alles Sauber doch die Seele düster und verzweifelt, zittert vor Kälte. Gute Zeiten, schlechte Zeiten.


157. Tag Di. 6. Mai 2003
Geneve, Nyon, Rolle, Morges, Orbe, Premier
3.45.31, 20.6, 49.5, 77.6 Total: 5'811.6 Km


Ich rufe meinen ältesten Bruder an. Ich erkundige mich nach dem Zustand meiner Mutter. Sie wird in ein Sanatorium verlegt. Die Spannung scheint sich ein wenig gelegt zu haben. Wir werden sehen. Ich fahre weiter. am Lac Leman "Genfer See" entlang. Eine gute Strecke. In Orbe treffe ich durch einen Unglaublichen Zufall auf einen alten Bekannten. Ich lernte in auf 3700 m.ü.M auf dem Shandur Pass in Pakistan kennen. Das war vor fast 3 Jahren. Ich hatte seitdem keinen Kontakt mehr und wusste auch nicht wo er wohnt. Er war an einem Möbel für einen Blumenladen am Aufbauen als ich gerade mit der Longlady durch Orbe fuhr. So was musste gefeiert werden. Ein glückliches Wiedersehen. Wir chatten lange über die Zeit in Pakistan, über die Reisen danach und über die Träume die wir noch haben. Mein 2. Tag in der Schweiz und wer hätte gedacht das dieser Tag noch so eine Überraschung bereit hält. Die Nacht wird durchgefeiert.


158. Tag Mi. 7. Mai 2003
Premier, Yverdon, Estavayer, Biel
4.40.06, 21.2, 55.5, 99.2 Total: 5'910.8 Km


Am morgen zeigt mir Yvan seine Umgebung. So fahren wir auf den Hausberg auf 1400 m.ü.M. Mein Ziel ist Biel. Dort werde ich in der Notschlafstelle übernachten. Es geht am Neuenburger See entlang. Kurz vor Biel werde ich bei einem Gasthof auf ein Bier Eingeladen. Ich staune über die Höflichkeit der Leute. Nach mehrmaligem Fragen erreiche ich die Notschlafstelle von Biel wo ich für 5.- Franken duschen, essen, schlafen und meine Wäsche waschen kann.


159. Tag Do. 8. Mai 2003
Biel, Solothurn, Liestal, Basel
4.12.43, 22.1, 50.0, 93.0 Total: 6'003.8 Km


Kurz nach 10.00 Uhr fahre ich weiter. In Grenchen erkundige ich mich nach meinem ehemaligen Optiker Lehrer der hier früher einmal gearbeitet hat. Nun hat er ein Geschäft in Pfäffikon. In Basel angekommen versuche ich Reto zu erreichen. Reto traf ich auf der letzten Tour in Kroatien an. Ich kann bei ihm übernachten. Ich hatte ein langes Telephon Gespräch mit einem meiner besten Freunde. Es hat sich sehr viel verändert seit ich das letzte mal hier war. Ich weiss immer noch nicht so genau wo ich die nächsten paar Monate Leben werde. In Biel sah ich Wohnungsinserate durch. Es gab 2½ Zi. Wohnungen schon ab 500.- Franken.


160. Tag Fr. 9. Mai 2003
Basel, Rheinfelden, Laufenburg, Zurzach, Bülach, Kloten
5.04.00, 21.6, 43.5, 109.6 Total: 6'113.4 Km


In Rheinfelden besuche ich meine Mutter in der Reha Klinik. Ich bin geschockt. Ich hätte Sie beinahe nicht wieder erkannt so abgemagert sah Sie aus. Sie konnte fast nicht mehr laufen. Was war da nur los ? Nun verstehe ich den Brief den Christian, mein Bruder, an meinen Vater geschrieben hat. Doch ich sehe auch Vater. Alle haben das Gefühl er wäre Schuld das es soweit gekommen ist. Verstehen kann ich es auch nicht ganz. Doch ich sah wie Vater sich die ganze Zeit um Mutter bemühte. Wie sich nun herausstellte waren die Behandlungen alles andere als gut. Man kann halt nicht Diabetes mit den gleichen Methoden behandeln wie die von Knochenschwund. Mich trennen noch wenige Km von Kloten. Der Stadt in der ich aufgewachsen bin. Ich bin froh wieder da zu sein und meine Freunde zu besuchen. Lange werde ich nicht hier bleiben. Ich bin gekommen um an die Taufe von David zu gehen die am Sonntag stattfindet. Danach werde ich noch ein wenig weiter fahren und etwas suchen wo ich mich Niederlassen möchte.


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