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Donau Tour 1997 2. Teil 

Donau Tour

22. Juni 1997 bis 19. September 1997

Mit dem Liegegrad von Kloten (Schweiz) bis nach Istanbul (Türkei)

1. Teil

Schweiz-Deutschland
         
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Wappen von Kloten

1.Tag Sonntag 22.6.1997
Kloten
Bülach Eglisau Lottsteten Schaffhausen Stühlingen Bonndorf
Fahrtzeit: 4h 21, Tagesetappe:82.8 km, Total: 82.8 km, Durchschnitt: 19 Km/h, Max: 51.5Km/h, Start: 12.30 Ankunft: 19.00

Der Anfang fing mit einer guten Brise Regen an. Schon am Samstag hat es den ganzen Tag geregnet und am Sonntag wollte es auch nicht aufhören. Doch ich wollte nun endlich abreisen, nach einer so langen Phase von Organisation gibt man doch nicht einfach so auf wenn es mal ein bisschen Regnet ! Um halb eins war es dann so weit ich hatte mich von meinen Eltern verabschiedet und das Rad, meine Longlady, war auch schon vollgepackt. Ca. 30 Kg. Gepäck  ohne mein eigenes Gewicht, musste Sie nun auf ihrem graziösen Rücken schleppen. Und so fuhren wir ins Abenteuer, noch nicht ahnend was alles auf uns zukommen  würde. Kurz nach Bülach wurde das Wetter besser und es hörte auf zu regnen. Wir konnten es noch gar nicht fassen dass wir nun 3 Monate auf uns  allein gestellt sind. Es fuhr sich gut bis Schaffhausen waren keine Probleme aufgetaucht. Am Rheinfall wurde meine Longlady für kurze  Augenblicke sogar zum grösseren Wunder als der Rheinfall. Nach weiteren Km und ein paar Steigungen  spürte ich das ich wirklich schon sehr müde war meine Beine und mein Arsch schmerzten bei jedem Tritt in die Pedalen. Und dann auch das noch, eine konstante Steigung über 15 km hinweg. Und das alles kurz vor dem Etappenziel. 2 km vor Bonndorf  meinte es Petrus nicht mehr so gut mit mir. Das Wasser floss nur noch so aus den Wolken, die so schien es mir, sich direkt über mir befanden. Es blieb mir nicht mal mehr genug Zeit die Regenhose anzuziehen. Doch zu guter Letzt traf ich müde, glücklich und mit nassen Hosen, in die erste Deutsche Jugendherberge meines Lebens ein. Nach der Körperlichen Hygiene gönnte ich meinem Magen ein Deutsches Währschaftes Essen. Spätzle mit Gemüse und ein goldiges Pilsner, hmmm dazu sage ich nur noch "Heute ein König !"


Schluchsee

2. Tag Montag 23.6.1997
Bonnsdorf Schluchsee Neustadt Furtwangen Triberg
Fahrtzeit: 4h 16, Tagesetappe:79.1 km, Total: 161.9 km, Durchschnitt: 18.5 Km/h, Max: 56Km/h, Start: 9.00 Ankunft: 18.30

Nach einer grossen Portion Muesli war ich Startbereit. Die Knochen schmerzten mir noch vom Vortag und der regen hatte auch noch nicht aufgehört. So fuhr ich im strömenden Regen den Hang hinauf. Die Motivation war schon recht gesunken und weit bin ich auch noch nicht gekommen. Und ständig ging es hoch mit nur 17 km/h. Beim Schluchsee machte ich eine längere Pause um mich wider etwas aufzuwärmen und um meine nassen Sachen zu trocknen. Bis nach Neustadt ging es von 1050 m.ü.M runter auf 850 m.ü.M das war vielleicht ein Genuss. In Neustadt traf ich einen Holländischen Tourenfahrer der nach Italien unterwegs ist. Der nächste Hang liess nicht lange auf sich warten. Und so hiess es wider feste in die Pedalen zu treten. Man war ich froh als ich dann doch noch in der Jugendherberge von Triberg angekommen war. Auf dem Weg dorthin verfluchte ich jedoch, das Sie gerade auf dem steilsten Hang gelegen war. Einer meiner Zimmergenossen war Michael ein vollschlanker Deutscher, der Marathon rennen läuft. Den ganzen restlichen abend quatschte er mich voll mit seinen Sportlichen Leistungen, was für Minderwertigkeitsgefühle !!! Meine Motivation ist nicht gerade auf einem hoch, immer Regen, kalter Wind und dann auch noch die steilen langen Hänge, lassen nicht wirklich Hochgefühle aufkommen. Wann hört der Regen auf ?!?


Donauversickerung

3. Tag Dienstag 24.6.1997
Triberg Vöhrenbach Donaueschingen Immendingen Tuttlingen Fridingen
Fahrtzeit: 5h 21, Tagesetappe: 107 km, Total: 268.9 km, Durchschnitt: 20 Km/h, Max: 52Km/h, Start: 9.00 Ankunft: 20.00

Nach einer unruhigen Nacht, (schnarchender Engländer) schien es so als würde das Wetter bessern. Doch nach einem Power Frühstück, als ich mich endlich auf den Weg machte, fing es natürlich wider in strömen an zu Regnen. Bei der ersten Steigung gewann ich 270 Höhenmeter (Quäl), die darauf folgende Abfahrt entschädigte das jedoch wider. Doch wo bin ich ? Statt in St. Georgen landete ich nun in Vöhrenbach, da wollte ich doch gar nicht hin. Gegen Mittag wurde das Wetter besser der Regen hörte endlich auf doch der Gegenwind blieb mein Begleiter. In Donaueschingen gönnte ich mir beim Türken einen Riesen Vegi Dönner und das für nur 6 Mark 50 inkl. Getränk. Da es kurz vor  Immendingen wider anfing in strömen zu Regnen machte ich eine Pause bei Max in der Bierstube. Dann ging’s zur Donauversickerung. In Tuttlingen erfuhr ich dann, das die Jugendherberge, die auf meiner Karte (Michelin 1996) eingezeichnet ist, schon seit 10 Jahren nicht mehr existiert und das Haus vor 2 Jahren abgerissen wurde. So suchte ich mir halt ein anderes Quartier. Da das Wetter zu halten schien entschied ich mich im freien zu schlafen. So fand ich etwa 10 km weiter zwei Bäume neben einem Kruzifix. Das war der richtige Schlafplatz. Schnell stellte ich meine Hängematte auf und war froh über mein Leben.


Kloster Beuron

4. Tag Mittwoch 25.6.1997
Fridingen Beuron Sigmaringen Unlingen
Fahrtzeit: 5h 06, Tagesetappe: 97.4 km, Total: 366.3 km, Durchschnitt: 19.1 Km/h, Max: 54.5Km/h, Start: 11.30 Ankunft: 21.00

Nach dem Abbau des Lagers ging’s zum nächsten Dorf wo ich mich in der Gaststätte des 5'000 Seelendorfes frisch machte. Nun ging’s zum Knopfmacherfelsen von wo man eine genial schöne Aussicht auf das Donautal hat. Nach Beuron ging’s schön runter. Im Kloster von Beuron begegnete mir ein Mönch der anhand eines Pendel Stellen im Boden ausmachte wo sich angeblich Gold befinden würde. Die Gegend hier gefällt mir sehr gut die Donau ist noch recht klein und sie schlängelt sich durch die Berge alles ist noch ein bisschen wild und scheint unberührt. In Sigmaringen lernte ich Punks kennen. Wir unterhielten uns und tranken ein Bier dabei kamen wir auf Musik zu sprechen und es stellte sich heraus das Sie die Schweizer Gruppe lö schanal kennen bei der mein Nachbar ein Bandmitglied ist. Da Sie selbst auch Musiker waren gaben Sie mir ihre CD mit auf den Weg. Ab Sigmaringen wurde es dann flach und die Industrie ersetzte die Berge und Wälder. Langsam wurde es Zeit ein Nachtlager zu suchen. Ich kaufte was zum essen ein und fand dann eine Gruppe Sinti die allesamt als Musiker ihr Geld verdienen. Ich unterhielt mich mit den Leuten und war beeindruckt was für Riesen Wohnmobile sie besassen. Das Nachtlager fand ich dann beim Eingang der Schule von Unlingen. Da es wieder einmal Regnete.

5. Tag Donnerstag 26.6.1997
Unlingen Ehringen
Fahrtzeit: 5h 06, Tagesetappe: 97.4 km, Total: 366.3 km, Durchschnitt: 19.1 Km/h, Max: 54.5Km/h, Start: 11.30 Ankunft: 21.00

Nach einer langen Nacht stand ich zermürbt auf und packte meine sieben Sachen schnell zusammen. Und was ich sah machte mich nicht wirklich an, wider einmal schiffte es was das zeug hält. Was für ein erwachen. Ich kam schnell voran und war bald in Blaubeuren wo es mir sehr gut gefiel. Am Abend fand ich dann eine Unterkunft in der Ulmer Jugendherberge wo ich sehr viel interessante Leute traf.


Donauwörth

6. Tag Freitag 27.6.1997
Ulm Günzburg Dillingen Donauwörth
Fahrtzeit: 5h 24, Tagesetappe: 112.4 km, Total: 583.3 km, Durchschnitt: 20.8 Km/h, Max: 37.5Km/h, Start: 9.15 Ankunft: 17.40

Nach einem guten Frühstück und einem starken Kaffee ging es zur Dom Besichtigung. Kurz danach hatte ich den ersten Platten. Und dann fing es auch noch an zu Regnen. Und das war noch gar nicht alles in Dillingen verfuhr ich mich dann auch noch im Wald. Doch nicht alles war so schlecht Heute. In Donauwörth sah ich dann das traditionelle Fischerstechen. Was sehr spannend und amüsant war.

7. Tag Samstag 28.6.1997
Donauwörth Dietfurt Eichstätt Kipfenberg Kelheim
Fahrtzeit: 6h 38, Tagesetappe: 142.2 km, Total: 725.5 km, Durchschnitt: 21.4 Km/h, Max: 64Km/h, Start: 10.15 Ankunft: 21.00

Was für ein herrlicher Tag endlich mal wieder Sonnenschein. Das motiviert. Den Abend verbrachte ich in der Jugendherberge wo ich müde zu Bett ging.


Kloster Weltenburg

8. Tag Sonntag 29.6.1997
Kelheim Weltenburg Kelheim Abbach Regensburg
Fahrtzeit: 2h 41, Tagesetappe: 43.4 km, Total: 773.9 km, Durchschnitt: 16.1 Km/h, Max: 52.5Km/h, Start: 8.00 Ankunft: 14.00

Heute erwachte ich mit einem stechendem Schmerz am linken Fussgelenk auf. Scheisse auch noch eine Zerrung. Gestern Abend fing es schon an, ich bandagierte ihn in der Hoffnung das es am Morgen vorüber sein würde. Leider war das nicht der Fall. So war es klar das ich Heute ein weniger gemütlicher die 46 km nach Regensburg fahren würde. In Kelheim nahm ich die Fähre zur Klosterschenke Weltenburg wo ich zugleich das Malzgebräu genauer unter die Lupe nahm. Um 14.00 Uhr kam ich in Regensburg an. Ich fuhr hinter einem kleinen Bähnchen her, das die Touristischen Sehenswürdigkeiten zeigte, so hatte ich gleich einen groben Eindruck von Regensburg. In der Jugendherberge traf ich dann 2 bekannte Gesichter. 2 Schweizer die ich vor 2 Tagen in Donauwörth traf und die auch mit dem Rad unterwegs waren. Wir machten gemeinsam die Nacht Unsicher. Ein Lob an das Nachtleben in Regensberg !

9. Tag Montag 30.6.1997
Regensburg Vittenau Cham Furth i. Wald Horsovsky Tyn
Fahrtzeit: 7h 04, Tagesetappe: 140.8 km, Total: 927.7 km, Durchschnitt: 19.9 Km/h, Max: 52Km/h, Start: 10.15 Ankunft: 19.00

Heute hatte ich eine unfreiwillige Bekanntschaft mit der Deutschen Polizei. Ich fuhr den kürzesten Weg Richtung Tschechien und das war halt die Schnellstrasse. Nach etwa 15 Km winkte mich die Polizei an den Pannenstreifen. Ich solle doch die Nebenstrasse nehmen. Bei der nächsten Ausfahrt warteten Sie dann auch schon ob ich die Ausfahrt auch wirklich finde. In Furth i. Wald überquerte ich dann die Deutsch-Tschechische Grenze. In Horsovsky Tyn fragte ich Passanten wo der nächste Campingplatz wäre. Die Leute waren sehr freundlich und boten mir Brot und selbstgebrannten Schnaps an. Dann brachten Sie mich zu einer Pension wo ich die Nacht verbrachte.

Tschechische Republik

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St. Bartolomew Kathedrale in Pilzen

10. Tag Dienstag 1.7.1997
Horsovsky Tyn Pilzen Volduchy
Fahrtzeit: 3h 53, Tagesetappe: 78.3 km, Total: 1006.7 km, Durchschnitt: 20.2 Km/h, Max: 55.5Km/h, Start: 9.00 Ankunft: 19.00

Die Übernachtung war wirklich günstig gerade einmal 10 Sfr. In Pilzen stieg ich auf den Turm beim Marktplatz von wo man eine sehr gute übersicht von Pilzen hat. Leider kam ich zu spät bei der Brauerei  Pilzen an so konnte ich an keiner Führung mehr teilnehmen. Schade dann halt das nächste mal. Denn 1'000 Km feierte ich im Campingplatz in Volduchy.


Schloss Krivoklat

11. Tag Mittwoch 2.7.1997
Volduchy Zebrak Krivoklat Karlstein
Fahrtzeit: 4h 45, Tagesetappe: 90.5 km, Total: 1096.7 km, Durchschnitt: 19 Km/h, Max: 58.5Km/h, Start: 9.00 Ankunft: 18.45

Unterwegs traf ich Thomas ein Prager der mit dem Mountain Bike eine kleine Tour machte. Zusammen fuhren wir bis nach Zebrak. Das nächste Stück war ziemlich Anspruchsvoll immer wider gab es Steigungen bis zu 15%. Ich besuchte das Schloss Krivoklat. Viele Burgen mit ihren alten Dorfkernen geben dem Besucher der Tschechischen Republik das Gefühl man wäre in einer Märchenwelt. Kurz vor Karlstein fand ich eine Wiese die perfekt war um mein Nachtlager aufzuschlagen. Ein paar Studenten von Sedlcany fanden das auch. So gab es einen gemütlichen Abend am Lagerfeuer mit Gitarrenklängen und Gesang.


Schloss Karlstein

12. Tag Donnerstag  3.7.1997
Karlstein Prag
Fahrtzeit: 4h 18, Tagesetappe: 85.3 km, Total: 1182 km, Durchschnitt: 19.8 Km/h, Max: 54.5Km/h, Start: 9.00 Ankunft: 16.00

Karlstein ist ein wirklich imposantes Schloss vor allem die Lage und Grösse ist beeindruckend, dennoch fand ich Krivoklat interessanter. Nach der Schloss Besichtigung fuhr ich nach Prag. Als erstes fuhr ich zum Chapeau Rouge wo ich mir ein grosses Guinness gönnte. Ich besuchte die Familie die ich von meiner letzten Tschechien Reise 1995 her kannte. Und dort tranken wir soviel das wir alle mit einem schweren Kopf erwachten.

13.-15. Tag Fr.-So. 4.-6.7.1997
Prag

Ich lernte Prag als eine Stadt mit viel Kultur, div. Pubs  Cafes, Jazzlokalen und Discos. Mit vielen Museen,  Galerien und wunderschönen alten Bauten. Mit vielen Parkanlagen und unzähligen Sehenswürdigkeiten kennen. Mit einem Satz eine Stadt zum verlieben. Also ich kann Prag nur jedem wärmstens empfehlen. Viel Genuss bei der kleinen Dia Show.

16. Tag Montag  7.7.1997
Prag Sedlcany
Fahrtzeit: 4h 10, Tagesetappe: 71.7 km, Total: 1253.7 km, Durchschnitt: 17 Km/h, Max: 58.5Km/h, Start: 12.00 Ankunft: 18.00

Als ich Prag verliess regnete es wieder einmal. Den Weg aus der Stadt zu finden war gar nicht so einfach, viel einfacher ist es rein zu kommen. Doch zu guter letzt fand ich doch noch hinaus. Ich hatte in Sedlcany mit einem der Studenten die ich in Karlstein traf abgemacht. Ich traf Rosta dann auch tatsächlich. Bei ihm zu Hause konnte ich dann Duschen. Wir gingen zu 6 in ein Night Club und genossen den Abend.

17. Tag Dienstag 8.7.1999
Sedlcany

Mit dem Motorrad machten wir einen Ausflug. Wir Besuchten das Schloss Lobkowitz und einen Teil der Brauerei. Die Mutter von Rosta ist eine super Köchin, Kompliment. Es gab eine meiner Lieblingsspeisen Palatschinken. So blieb ich gerne noch einen Tag länger als geplant.

18. Tag Mittwoch  9.7.1997
Sedlcany Brazna Petrovice Zahori
Fahrtzeit: 3h 42, Tagesetappe: 79.1 km, Total: 1332.8 km, Durchschnitt: 21.3 Km/h, Max: 53.5Km/h, Start: 10.00 Ankunft: 16.30

Der nächste Besuch der auf dem Programm war trat ich mit gemischten Gefühlen an. Ich besuchte die Laubschers. 1995 arbeitet ich hier auf ihrem Hof. Das waren schlimme Verhältnisse die auf diesem Hofe herrschten. Leider hatte sich nicht sehr viel verändert. Nur das der Typ noch mehr Tiere hat die er Quälen kann. Damals waren es 2 Bauern die von der Schweiz Auswanderten mit dem Ziel einen eigenen Bauernhof zu besitzen und zu verwalten. Der eine war spezialisiert auf Schweine der andere versuchte es mit Kühen. Die beiden trennten sich was wohl das beste für beide war. Den anderen Bauer die Amstutz's Besuchte ich auch gleich. Sie wohnten in Zahori. Ihnen ging es wesentlich besser. Ihr Betrieb war schon sehr gross und der Bauer kannte sich sehr gut aus. Er hatte auch gute Pläne für die Zukunft. Die Nacht verbrachte ich also dort. Und wie es der Zufall so wollte waren auch noch andere Bekannte Gesichter von früher dort.


Marktplatz von Budweis

19. Tag Donnerstag  10.7.1997
Zahori Pisek Budweis Krumlov
Fahrtzeit: 3h 41, Tagesetappe: 85.8 km, Total: 1418.7 km, Durchschnitt: 23.3 Km/h, Max: 65Km/h, Start: 11.00 Ankunft: 16.15

In Budweis machte ich eine Mittagspause. Da ich Budweis schon von früher her kannte blieb ich nicht allzu lange sondern fuhr weiter Richtung Krumlov. Krumlov ist ein mittelalterliches Städtchen mit einer Burg und umgeben von einem Flüsschen. Krumlov ist eines der schönsten Orte die ich je gesehen habe. Ich nahm mir ein Zimmer in der Jugendherberge wo ich einen Japanischen Packpacker traf. Zusammen gingen wir zum Italiener. 

  
Krumlov

20. Tag Freitag  11.7.1997
Krumlov Linz
Fahrtzeit: 3h 53, Tagesetappe: 83.4 km, Total: 1502 km, Durchschnitt: 21.4 Km/h, Max: 61Km/h, Start: 9.00 Ankunft: 16.30

Den ganzen Tag Regnete es ein wenig was eigentlich sehr angenehm war. In Linz angekommen suchte ich einen Campingplatz. Dort schlug ich meine Hängematte auf. Es gab ein Openair Konzert bis spät in die Nacht. Gospel, Soul und Jazz echt vom feinsten. 

Österreich

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21. Tag Samstag  12.7.1997
Linz Stift Melk
Fahrtzeit: 4h 55, Tagesetappe: 106.8 km, Total: 1609 km, Durchschnitt: 21.8 Km/h, Max: 53Km/h, Start: 10.00 Ankunft: 19.00

Der Radweg von Linz nach Melk war äusserst langweilig nur immer gerade aus. Das verstehen vermutlich wenige doch für mich ist eine Strecke erst richtig interessant wenn es zwischen durch mal ein wenig rauf und runter geht. Unterwegs lernte ich ein Südafrikanisches Pärchen kennen zusammen fuhren wir nach Melk. Dort gab es einen sehr schönen Campingplatz. Ich stellte meine Hängematte auf und Sie ihr Zelt. Zusammen kochten wir Teigwaren und unterhielten uns bis spät in die Nacht. In solchen Momenten bin ich froh das ich Zeit für mich habe und den Alttagsstress zu Hause vergessen kann. Keine Verpflichtungen zu haben und tun und machen zu können was ich will. Ich verstehe nicht das es Leute gibt die solche Bedürfnisse gar nicht kennen oder haben. 


Stift Melk

22. Tag Sonntag  13.7.1997
Stift Melk Krems Tulln
Fahrtzeit: 4h 35, Tagesetappe: 96.5 km, Total: 1609 km, Durchschnitt: 21 Km/h, Max: 45Km/h, Start: 14.30 Ankunft: 19.00

Nach einem Kaffe ging es zum Stift wo wir die Räume und Bibliothek anschauten. Leider fing es an zu Regnen so das wir in einer Bar Unterschlupf suchten. Um 14.30 fuhr ich dann weiter. Die Strecke war langweilig flach. doch es gab unzählige Radlertreffs. 

23. Tag Montag  14.7.1997
Tulln Wien
Fahrtzeit: 2h 37, Tagesetappe: 50.8 km, Total: 1756.3 km, Durchschnitt: 19.3 Km/h, Max: 33.5Km/h, Start: 11.30 Ankunft: 14.00

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24.-30. Tag Di.-So.  15.-20.7.1997
Wien
182.1 Km Total: 1938.4

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31. Tag Montag  21.7.1997
Wien Bratislava
Fahrtzeit: 2h 49, Tagesetappe: 74.9 km, Total: 2013.3 km, Durchschnitt: 26.6 Km/h, Max: 51Km/h, Start: 11.15 Ankunft: 14.15

Mit Rückenwind fuhr ich Richtung Slowakische Republik. Die Grenze war schnell ereicht. Ich hatte das Gefühl als würde ich fliegen. In der Slowakei waren die Leute gleich ein wenig freundlicher und winkten mir zu. Die Leute kamen auf mich zu und so war es kein Problem Kontakte zu knüpfen. Mit einem Australischer Packpacker  unterhielt ich mich lange, er gab mir den Typ mit dem Studentenwohnheim wo man relativ günstig übernachten konnte. Gabriel ein Musiker der auch Radtouren fährt sprach mich auch noch an. Wir machten auf 20.00 Uhr ab.

Slowakische Republik

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32. Tag Dienstag 22.7.1997
Bratislava

Ich war froh mal wider auszuschlafen. Am Mittag traf ich Gabriel der mich zum Essen einlud. Er machte Reis, Soja, Gemüse und Spiesli. Er ist wahrhaft ein guter Koch. Am Nachmittag kaufte ich 6 CDs umgerechnet 1 1/2 Wochen Lohn für einen Slowaken. Am Abend lernte Ich Dasa kennen und ich verliebte mich auf den ersten Blick. Im Nachhinein muss ich sagen das ich ziemlich blöde war am nächsten Tag schon zu gehen. So traf ich Sie erst Monate später wieder in Prag und das war dann eine andere Story. Doch so unterhielt ich mich mit Ihr bis zum nächsten Tag.

33. Tag Mittwoch  23.7.1997
Bratislava Rajka Györ
Fahrtzeit: 4h 17, Tagesetappe: 97.9 km, Total: 2111.1 km, Durchschnitt: 22.8 Km/h, Max: 40.2Km/h, Start: 9.00 Ankunft: 18.00

Um 6.00 Uhr stand ich auf. Ich ging nochmals in die Stadt und verabschiedete mich so von Ihr. Ich fuhr mit schwerem Herzen davon. Dieses Jahr regnete es zuviel und man sah vielerorts überschwemmte Gebiete. Wasser soweit das Auge reicht als wäre man am Meer. Um 10.00 Uhr war ich dann an der Ungarischen Grenze. Wider Neuland betreten. Am Mittag ging ich zum Zahnarzt was soll man sonst in Ungarn ? In Györ erkundigte ich mich wo der nächste Campingplatz wäre. Auf der Fahrt dorthin sprach mich ein Mann auf dem Mofa an. Er würde mir denn Weg zeigen da der Campingplatz in der Nähe seines Hauses sei. bei seinem Haus angekommen lud er mich  ein hier zu bleiben. Ich nahm die Einladung gerne an. Der Mann sprach mehrere Sprachen fliesend (Deutsch, Englisch, Französisch, Russisch und natürlich Ungarisch) und war Trainer der Eishockey Mannschaft von Györ.

Ungarn

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Burg von Tata, See und Alte Mühle

34. Tag Donnerstag  24.7.1997
Györ Tata
Fahrtzeit: 4h 01, Tagesetappe: 93.7 km, Total: 2204.9 km, Durchschnitt: 22.6 Km/h, Max: 63.2Km/h, Start: 13.00 Ankunft: 18.30

Nach der Besichtigung in Györ sprach mich ein Deutsche Fernradler an der in Slowenien und Kroatien war und nun auf dem nach Hause weg ist. Man hat ihm den Pass und das Bargeld gestohlen. Er nahm die Sache jedoch recht locker. In Tata angekommen sah ich mir den Campingplatz an doch die wollten 25.-Sfr. was eindeutig zu viel war. So ging ich zuerst Baden und campte dann 30 Meter vom See entfernt zusammen mit 5 anderen Ungaren. Wieso bezahlen wenn man so schöne Plätze umsonst bekommt ?


Eff Turul der Riesen Vogel

 35. Tag Freitag  25.7.1997
Tata Eszergom Budapest
Fahrtzeit: 6h 56, Tagesetappe: 144.4 km, Total: 2349.4 km, Durchschnitt: 20.8 Km/h, Max: 62Km/h, Start: 11.30 Ankunft: 23.30

Tata ist ein bezaubernder Ort mit 2 Seen die laut Reiseführer völlig verschmutzt sein sollten (ging trotzdem baden und Lebe noch). Rund um den See sieht man Romantische Häuser doch ein wenig auserhalb kommen bald einmal die hässlichen Blöcke (Wohnsiedlungen). In Tatabanya hat es einen Riesen Vogel auf dem Hügel Die Spannweite dieser Bestie beträgt 14 Meter das Schwert in seinen Krallen gerade einmal 12.5 Meter. Da lohnte sich die Steigung und den Umweg den ich fahren musste auf alle Fälle. Die Strecke war wieder einmal ein Genuss nicht so öde gerade sondern schöne Steigungen und lange Abfahrten. Da es wieder einmal regnete machte ich Halt in Tat. Die Bedienung im Truckerstopp war jedoch nicht gerade freundlich. Ob das an meinem Aftershave lag ? Ich durchfuhr mehrere Strassenstücke die bis zu 25 cm mit Wasser bedeckt waren. Ich hoffte immer das ich nicht absteigen musste. In Eszergom traf ich dann 3 Ostdeutsche aus Dresden. Ein lustiges Gespann. Ralph war der extremste. Er fuhr ein selbst gebastelten Eingänger den er so schnell fuhr das ich mit meinem "Luxuslieger" kaum nachkam. Dafür musste er 5-6 mal am Tag die Speichen auswechseln da Sie regelmässig brachen. Im Speed sausten wir durch die Nacht Ziel Budapest. Vor Budapest hielt uns die Polizei an und verwies uns auf den Radweg. Die Jungs gingen dann auf den Campingplatz ich zog es vor in die Jugendherberge zu gehen da Sie Zentraler Gelegen war und es eine Bar und Poolbillard Tische gab. Ich war bereits bei einer vorherigen Reise dort.  Doch auf den Weg dorthin fuhr mich ein "Wichser" von Taxifahrer an so das eine Schraube abbrach die mit der Lenkstange verbunden ist. Blöderweise ist die Schraube im Gewinde abgebrochen. Ob ich jemanden finde der mir die Schraube rausdrehen kann ist noch fraglich. Nun zu Fuss ging es weiter um 23.30 kam ich dann in der Jugendherberge an und gönnte mir ein paar Biere auf den Schock.


Budapest

36.-39. Tag Sa.-Di.  26.-29.7.1997
Budapest

Gedanken: Diese Stadt ist wie ein ungeheuer, es zieht die Leute an und verschlingt sie. Aus Persönlichkeiten werden Massen die Grau an einem vorüber ziehen. Die Stadt lockt mit ihren Reizen den Budabergen den stolzen Gebäuden den Katakomben und zieht den Leuten das Geld aus den Taschen. Die Armut begleitet die Stadt wie der Schatten verkrüppelte Menschen gebrochen ihre Würde. Die immer wider kehrende Regel bricht zur Monotonie aus. Die Masse schaut nur noch auf den "Stutz" der Mensch geht unter. Kann ich es Ihnen verübeln ? Ein Land wo die Preise fast so hoch sind wie in der Schweiz dafür der Lohn 8 mal weniger ist. Ungare zu sein bedeutet 2 Jobs zu haben und so viele Beziehungen  wie nur möglich zu haben. Die Leute hätten schon vor 3 Jahren am Limit sein sollen, doch irgendwie halten sie sich über Wasser. Wenn wundert es das man nur griesscremige Gesichter sieht ? und doch muss noch was anderes dahinter stecken denn ich sah Länder in denen es den Leuten noch schlechter geht und doch können Sie Lachen. Nein in Budapest fühle ich mich nicht geborgen, bin froh wenn ich Ungarn überhaupt wider verlasse.
Was tat ich sonnst noch hier ? Nun ich traf die 3 Jungs von Dresden und wir tauschten unsere Erlebnisse und Erfahrungen aus. Schon Interessant wie unterschiedlich jeder ist. Am Montag fand ich dann eine Auto Werkstadt wo man mir mit dem Liegerad half. Mit ein paar Hammer Schlägen löste sich die abgebrochene Schraube aus dem Gewinde und ich konnte eine neue Schraube einsetzen so das die Lenkung wieder funktioniert und ich weiter fahren kann. 
In der Jugoslawischen Botschaft besorgte ich mir ein Visa. Das war vielleicht ein Ansturm. Es wollten so viele Leute einreisen das man eine Nummer bekam. Nun das nächste mal wäre es besser das Visum schon vorher zu haben. 

 40. Tag Mittwoch  30.7.1997
Budapest Csepel
49.9 Km Total: 2399.3

Nachdem ich das Visum, ein Transitvisum für 7 Tage,  in der Tasche hatte wollte ich Budapest den Rücken zu kehren und die Stadt endlich verlassen. Es war zwar schon 16.00 Uhr doch das war mir egal. Doch kam ich nicht sehr weit in Csepel überquerte ich einen Bahnübergang und da ich die Speichen zu fest angezogen hatte und schwer beladen hatte kam was kommen musste. Das Hinterrad war total am Arsch. Zum Glück war in der Nähe eine Tankstelle wo ich das Rad mit dem ganzen Gepäck abstellen konnte denn weit wäre ich nicht gekommen. Nun musste ich noch was suchen für die Nacht. Ich fand ein Hotel Namens "Sport Hotel Csepel SC" Zuerst wollte der Besitzer 25 DM. dann US$ und zuletzt nahm er dann doch noch Forint an. Das Zimmer war klein und nichts besonderes. An der Bar trank ich noch ein Bier und unterhielt mich mit dem Kellner der mir eine Ungarin für 8'000 Forint andrehen wollte. so ist das also gemeint mit Sport Hotel. 

41. Tag Donnerstag  31.7.1997
Csepel Tököl Dömsöd
Fahrtzeit: 2h 17, Tagesetappe: 55 km, Total: 2454.3 km, Durchschnitt: 24 Km/h, Max:34Km/h, Start: 18.00 Ankunft: 23.30

An der Rezeption waren Sie sehr Hilfsbereit und man fuhr mich zur Bushaltestelle von wo ich zum Hauptplatz fuhr. Von dort lief ich zur Tankstelle. Dort montierte ich das Hinterrad ab. Die Leute von der Tankstelle waren sehr nett und man nahm mich mit zu einem Fahrradladen. Der Fahrradmechaniker fuhr im Ungarischen Rennteam mit er verstand meine Situation und Spannte mir eine neue Felge ein. Um 16.00 wäre Sie fertig. In der zwischen Zeit schrieb ich am Tagebuch las ein wenig und schlief auf einer Parkbank ein wenig. Um 16.00 holte ich das rad ab 3'500 Forint etwa 28.- Sfr. Mit dem Bus fuhr ich zur Tankstelle zurück wo ich das Rad montierte und mich mit einer Schachtel Pralinen bei den Angestellten bedankte. Dann fuhr ich nochmals zum Fahrradmechaniker mit dem ich mich noch ein wenig unterhielt und der mir noch ein paar gute Tipps gab. Um 18.00 Uhr fuhr ich dann los Ich fuhr bis spät in die nacht, das hatte den Vorteil das es weniger Verkehr hatte die Gegend ist hier sowieso sehr öde.

42. Tag Freitag  1.8.1997
Dömsöd Donaföldwar Baja
Fahrtzeit: 5h 56, Tagesetappe: 135.8 km, Total: 2590.2 km, Durchschnitt: 22.9 Km/h, Max:41.5Km/h, Start: 9.00 Ankunft: 19.00

Das Wetter hatte gewechselt und so stürmte es. Ich schlief sehr schlecht und war müde. Dennoch wollte ich weiter und Ungarn endlich hinter mir lassen. Meine Motivation war wider am sinken das lag einerseits am Wetter andererseits das die Gegend flach und öde war und weil mir die Leute auch auf den Sack gingen. Die Ungaren "nicht alle" schauten nur auf das Geld immer wollten Sie wissen wie viel dies und jenes kostet ja mit dem Umzugehen musste ich noch lernen. Aber damals ging mir das ganz schön auf die Nerven. In meinem Tagebuch Eintrag steht darum auch: "Die Leute fragten mich nur wie viel das Rad kostet und überhaupt, Fuck you and your Fucking Money, Bastards !!!". Erschöpft kam ich in Baja an. In der Jugendherberge sagte man mir das alles belegt wäre. Nach langem betteln bekam ich ein 7 Betten Zimmer wo ich der einzige war. In Baja gab es ein Studentenfestival und ich traf nur rassischtische Neonazis. Man bin ich froh dieses Land hinter mir zu lassen. 

43.-45. Tag Sa.-Mo.  2.-4.8.1997
Baja
Ruhetage

In diesen Tagen genoss ich es einmal zu entspannen und einfach nichts zu machen. Ich war einmal im Kino wo Romeo und Julia lief. Ein absoluter Amerikanischer Müll.

46. Tag Dienstag  5.8.1997
Baja Sombor Vrbas Novi Sad
Fahrtzeit: 5h 39, Tagesetappe: 154.5 km, Total: 2759.8 km, Durchschnitt: 27.3 Km/h, Max:39Km/h, Start: 9.00 Ankunft: 19.15

Um 10.00 Uhr war ich schon an der grenze. Sombor ist eine gemütliche Stadt mit Dorfcharme. Nach Vrbas gab es eine super Asphaltierte Strasse wie ich sie schon lange nicht mehr sah. Der Verkehr war ein wenig stärker doch das störte nicht da ich einen ganzen Streifen für mich alleine hatte. Viele Autofahrer winkten was ich nett fand und so auch winkte. Nach etwa 22 Km tauchte ein grosses Schild auf. Darauf stand AUTOBAHNGEBÜHREN nach 500 Meter. Ich konnte es nicht glauben so sieht also die Serbische Autobahn aus. Ich versteckte mich hinter einem Bus damit mich der Kassierer nicht sah. Die Restlichen Km kam ich mir verfolgt vor. Da sah ich Sie auf der Gegenbahn 2 Polizeiautos und was sehe ich die winken mir ja zu. In Novi Sad suchte ich nach einem Campingplatz. Da es dieses Jahr so starke Überschwemmungen gab fiel das aber ins Wasser da die Anlage direkt bei der Donau war. Ich fragte ein paar Leute und man brachte mich zu einer Pension wo ich für 10.- Sfr. übernachten könnte. So ging ich zuerst was essen und fuhr danach zur Pension. Aber der Preis war nun auf 25.- Sfr. angestiegen. So ging ich weiter und fragte ein paar Leute wo man hier eine günstige Unterkunft finden könnte. So traff ich Leute die mich Einluden Sie bezahlten mir  ein paar Getränke und luden mich ein einen Tag länger zu bleiben. 

Bundesrepublik Jugoslawien
Serbien

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Marktplatz                                            Novi Sad, April 1999: 
                                                                                                
Nato zerstören die Öl Raffinerie

47. Tag Mittwoch 6.8.1997
Novi Sad

Heute war ich in dieser herrlichen Stadt spazieren. Es gibt viele Parks und eine bezaubernde Festung über der Donau. Dann bestaunte ich was man alles auf dem Markt bekommt, da gibt es wirklich nichts was es fehlen würde. In einer Bar wechselte ich noch Geld der Kurs war wesentlich besser als in der Bank.

48. Tag Donnerstag  7.8.1997
Novi Sad Indija Belgrad
Fahrtzeit: 3h 18, Tagesetappe: 75.2 km, Total: 2835 km, Durchschnitt: 22.9 Km/h, Max:57.5Km/h, Start: 10.30 Ankunft: 17.00

Belgrad ist eine moderne Stadt alte Bauten sieht man selten denoch hat die Stadt einen Charme. Es gibt schöne Parkanlagen und das Nachtleben hat viel zu bieten. Wenn ich mehr Zeit hätte würde ich länger bleiben. Doch mit einem 7 tage Transit Visum ist das nicht möglich. Denoch hänge ich noch einen Tag an um die Stadt besser kennen zu lernen.


Belgrad

49. Tag Freitag 8.8.1997
Belgrad

Ich machte eine kleine Stadtrundfahrt mit dem Liegerad und sah mir ein paar Parkanlagen an. Am Abend hatte ich mit 2 Journalistinnen abgemacht die ich in einer Bar kennen gelernt hatte und die mir das Nachtleben von Belgrad näher brachten.

50. Tag Samstag  9.8.1997
Belgrad Veliko Gradiste
Fahrtzeit: 5h 26, Tagesetappe: 112.2 km, Total: 2965.8 km, Durchschnitt: 20.5 Km/h, Max:37.5Km/h, Start: 9.00 Ankunft: 19.30

Die ersten 20 Km gab es sehr viel Verkehr danach hörte er fast gänzlich auf. Die Strecke war ein Traum. In einem Dorf machte ich halt um zu Mittagessen. Der Kellner wusste nicht was ich meinte als ich sagte ich wäre Vegetarier. Doch als ich dann sah was er aus der Küche zauberte konnte ich es fast nicht glauben. Es gab eine grosse Portion Pommes Frites, Paprika Tomaten, Schafskäse und Peperoncini in Öl eingelegt. Die Leute in der Wirtschaft waren freundlich doch ziemlich betrunken ich stelle mir vor das es in manchen Dörfern so aussieht. In Veliko Gradiste das sehr Touristisch ist schlug ich meine Hängematte beim offiziellen Campingplatz auf. 

51. Tag Sonntag  10.8.1997
Veliko Gradiste Dovi Milanovac
Fahrtzeit: 4h 05, Tagesetappe: 81.6 km, Total: 3047.5 km, Durchschnitt: 20 Km/h, Max:53Km/h, Start: 9.00 Ankunft: 19.00

Dieses Gebiet ist eines der schönsten die ich auf der ganzen Donau Tour gefahren bin. Links von der Donau erstreckt sich ein Gebirge. Dieses Gebiet sieht aus wie am Thunersee oder am Luganersee. Es gab Etappen da ging es sehr steil hoch der Verkehr war gleich null und es gab auf dieser Strecke 18 Tunnels. Ein geniales Stück. Die Nacht konnte ich vor einem Restaurant verbringen. Ich war sehr müde.

52. Tag Montag  11.8.1997
Dovi Milanovac Turnu Severin Floresti
Fahrtzeit: 4h 53, Tagesetappe: 105.2 km, Total: 3152.7 km, Durchschnitt: 21.6 Km/h, Max:58Km/h, Start: 9.30 Ankunft: 18.00

Die Jugoslawische Seite ist 1'000 mal schöner als die Rumänische. Auf der Rumänischen sieht man unzählige Lastwagen und Pkws grosse Städte und viel Industrie. Auf der Serbischen ist noch alles belassen und alle 15 min kommt ein Wagen vorbei. An der Grenze bekomme ich das Visum für Rumänien für 30$ nach 10 min ausgestellt. 343'100 Lei bekam ich für 43$. Die Strassen waren voll mit Lastwagen die mir die Luft nahmen. Ich hatte keine Ahnung über Rumänien doch hätte ich niemals erwartet so viel Industrie zu sehen. Und als ich dann Essen ging wurde ich nach Strich und Faden ausgenommen was ich erst einen Tag später bemerkte. ich bezahlte 10 mal soviel für das Essen als normal. was immer noch günstig war. In einem kleinem Dorf konnte ich bei einem Bauern übernachten. Die wollten schon die Polizei verständigen als ich mal 10min spazieren ging. Die Leute waren etwa 80 Jahre alt und sehr Sympathisch.

Rumänien

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Constantin Brancusi                          Kiss Gate In Tirgu Jiu
 (1876-1957)        

53. Tag Dienstag  11.8.1997
Floresti Tirgu Jiu Lainici
Fahrtzeit: 4h 15, Tagesetappe: 85.4 km, Total: 3152.7 km, Durchschnitt: 19.6 Km/h, Max:56Km/h, Start: 10.00 Ankunft: 18.00

Nach einem kräftigen Frühstück gaben mir die alten Bauern ein Photo mit Widmung drauf und ein paar Äpfel. In dieser Gegend hat es überall Industrie und viel Verkehr. Abends wasche ich eine schwarze Klebrige Brühe von meiner Haut ab. Viele Leute laufen mit zerrissenen schwarzen Kleidern herum, die Armut ist allgegenwärtig. Die Rumänen sind Handwerklich sehr begabt was mir vor allem bei Holzschnitzereien auffiel. Der Abfall wird einfach auf die Strasse geworfen und immer wider sieht man hässliche Abfall Deponien die zum Himmel hoch stinken. In Tirgu Jiu traf ich einen Fotografen der früher bei der Securitate war. Er erzählte von Mikrofonen als Lauschangriff Kameras die in Feuerzeugen versteckt waren und von Personen die von einem Tag auf den anderen verschwanden und die man nie wider sah. Man durfte keinen Fremden ansprechen musste Angst haben verraten zu werden von seinen Nachbarn oder Freunden. 
In Tirgu Jiu Sieht man Werke vom berühmten Künstler Constantin Brancusi ausgestellt. Man sagte mir das es in Lainici ein Kloster gäbe wo man Übernachten könne. So fuhr ich dorthin. Die Gegend wurde besser bald liess ich die Industrie hinter mir nun roch man nur noch den Kadaver der überfahrenen Tiere. In Rumänien stellt man ein Kreuz an der Stelle auf wo ein Mensch einen Tödlichen Unfall hatte. Es gab Tage Da zählte ich über Hundert dieser Kreuze. 
In Lainici angekommen nahmen mich dann die Mönche auf. 


Kloster Lainici

54. Tag Mittwoch  12.8.1997
Lainici Simeria
Fahrtzeit: 4h 46, Tagesetappe: 106.8 km, Total: 3319 km, Durchschnitt: 22.4 Km/h, Max:52.5Km/h, Start: 13.00 Ankunft: 19.30

Ich stand früh auf ging duschen und machte einen Rad Check. Eine ältere Frau dachte ich wäre Arzt und führte mich zu ihrem Raum. In dem Raum roch es nach Verwesung. Kerzen brannten und die Frau betete. Im Bett lag ein Älter Mann, am ganzen Körper hatte er Krebsartige Eitergeschwüre. Der Mann war nur noch ein Skelett mit wenig Haut am Körper. Am Bauch hatte er eine ca. 15 cm grosse Eiterwunde. Ich wusste das man diesem Mann nicht einmal in einem Spital in der Schweiz hätte helfen können. Denoch ging ich zu dem Medizinstudenten den ich am Morgen traff. Der erklärte der Frau wie man Insulin spritzt so das der Mann weniger leiden muss. 

55. Tag Donnerstag  13.8.1997
Simeria Sebes Saliste
Fahrtzeit: 3h 57, Tagesetappe: 82.9 km, Total: 3425.8 km, Durchschnitt: 21.1 Km/h, Max:59.5Km/h, Start: 10.15 Ankunft: 20.00

Ich lernte 2 Deutsch Radfahrer kennen. Vater und Sohn die Richtung Constantsa fahren. Wir entschlossen gemeinsam bis nach Sibiu zu fahren. Auf dem Weg nach Sebes trafen wir einen Rumänischen Radfahrer der uns auf einen Kaffee einlud. Als wir dann gemütlich am Kaffee trinken waren kam auch noch ein Amerikanischer Radfahrer. Er hatte Pech seine hintere Achse war gebrochen. Notdürftig hatte er Sie zusammen geflickt. Und hoffte damit bis nach Ungarn zu kommen. Die Strasse würde sehr schlecht werden das hatte sich teilweise auch bewahrheitet. Da wir es nicht mehr schafften bis nach Sibiu zu fahren campierten wir bei einem Berghügel.

56. Tag Freitag  14.8.1997
Saliste Sibiu Slimic
Fahrtzeit: 1h 54, Tagesetappe: 42 km, Total: 367.8 km, Durchschnitt: 22 Km/h, Max:59.5Km/h, Start: 10.00 Ankunft: 14.00

Gemeinsam fuhren wir nach Sibiu wo wir zusammen Essen gingen. Danach trennten sich unsere Wege In Slimic sprach mich ein Junge mit Grüss Gott an. Er wäre Sudetendeutscher und lebe auf der Burgruine. Der Vater lud mich ein die Nacht in der Ruine zu verbringen. Dieses Angebot nahm ich gerne an. Die Leute leben sehr arm. Seine Aufgabe in diesem Dorf ist es die Glocken zu Leuten. Am Abend gingen wir zur Dorfdisco. 2 Boxen ein Radio ein paar Kassetten und Neonröhren, so sah die Disco aus. 


Sighisoara

57. Tag Samstag  15.8.1997
Slimic Sighisoara Valenii
Fahrtzeit: 5h 33, Tagesetappe: 116.3 km, Total: 3584.7 km, Durchschnitt: 21 Km/h, Max:49Km/h, Start: 10.00 Ankunft: 19.00

Die Heutige Etappe war sehr abwechslungsreich. ich überquerte 4 Pässe Ich scheine die Industrie hinter mir gelassen zu haben, wenn bloss die Autos nicht wären. In Sighisoara gibt es ein mittelalterliches Dorf das von der Stadtmauer umgeben ist. Auf einer Anhöhe ragt eine prächtige Burg hervor. So wundert es nicht das es hier sehr viele Touristen gibt. Das Wetter wurde schlechter und es fing an zu stürmen der Himmel färbte sich schwarz und bald würde es anfangen in strömen zu Regnen. So suchte ich eine Unterkunft. Der vierte Bauer, den ich fragte,  nahm mich dann auf . Die Leute waren ein wenig verrückt und ich wäre am liebsten wider gegangen wenn das Wetter nicht so schlecht gewesen wäre. Ich richtet mir ein Schlaflager auf dem Heuboden ein.

58. Tag Sonntag  16.8.1997
Valenii Tirgu Mures Bistrita
Fahrtzeit: 7h 43, Tagesetappe: 128 km, Total: 3712.7 km, Durchschnitt: 16.6 Km/h, Max:58Km/h, Start: 8.00 Ankunft: 17.30

Der Morgen war düster wie in einem Horrorfilm lag schwerer Nebel über der Gegend. Ich fuhr langsam los ich wollte es gemütlich nehmen. Vor Tirgu Mures kam der erste Hügel. Die Atmosphäre genoss ich sehr. Man sah fast nichts vor den Augen. Ich hatte noch etwa 2$ mit denen ich Auskommen musste. Ich fuhr auf einer Nebenstrasse die durch viele kleine Dörfer hindurchführte. Immer wider sah ich die Leute feiern. Bistrita ist ein hässliche Stadt ohne Charme doch auf dem Schwarzmarkt fand ich jemanden der mir Geld wechselte. Die Nacht campierte ich in einem Feld weit ab der Strasse.


Bistrita

Donau Tour 1997 2. Teil
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